Politik

Anschlag auf Gaswerk bei Lyon Polizei fasst mutmaßliche Komplizen

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Das Gelände rund um das Gaswerk in Saint-Quentin-Fallaviers wird weiter scharf überwacht.

(Foto: REUTERS)

Unbekannte dringen mit einem Auto in eine französische Gasfabrik ein und verursachen eine Explosion. In der Nähe wird ein enthaupteter Mann gefunden. Einer der Attentäter ist gefasst. Doch Frankreich ist weiter in Alarmbereitschaft.

Der Anschlag im französischen Saint-Quentin-Fallaviers ist vorbei. Ein 30 Jahre alter mutmaßlicher Attentäter wurde gefasst und wird verhört. Er ist laut dem französischen Innenminister Bernard Cazeneuve den Behörden bereits bekannt und war 2007 und 2008 schon einmal aufgefallen. Von ihm war bisher keine Nähe zu terroristischen Vereinigungen bekannt. Er habe aber einen salafistischen Hintergrund.

Cazeneuve zufolge wurden auch mutmaßliche Komplizen gefasst. Unter anderem soll der zweite Attentäter festgenommen worden sein, der das Auto in die Fabrik für Industriegase gesteuert hatte. Das berichtet die Regionalzeitung "Dauphiné Libéré". Die Behörden gaben unterdessen Entwarnung für den kleinen Ort bei Lyon. Der Schulunterricht wurde fortgesetzt.

Der Bereich um das Betriebsgelände wird gegenwärtig von einem Hubschrauber der Gendarmerie überflogen. Ein Krisenstab ist im Krankenhaus von Bourgoin-Jallieu eingerichtet worden, er soll sich um die Personen kümmern, die Zeugen des Angriffes waren.

Bei dem mutmaßlich islamistischen Anschlag in dem Gaswerk war ein Mensch getötet und mindestens zwei verletzt worden. Zwei Männer seien mit einem Auto durch eine Absperrung gerast und auf Gasflaschen aufgefahren.

Auf dem Fabrikgelände wurde die Leiche eines enthaupteten Mannes gefunden. Der Kopf hing französischen Medien zufolge etwa zehn Meter vom Körper entfernt in einem Drahtzaun des Fabrikgeländes. Neben der Leiche habe eine islamistische Flagge gelegen und an den Kopf waren Wörter auf Arabisch geschrieben worden.

Alarmbereitschaft an sensiblen Orten

Der französische Präsident Hollande sagte, es habe sich um einen terroristischen Anschlag gehandelt. Das Fabrikgelände werde weiter abgesichert. Innenminister Cazeneuve ist am Anschlagsort eingetroffen. Premierminister Valls ordnete erhöhten Schutz für sensible Orte an. Verteidigungsminister Jean- Yves Le Drian beraumte ein Treffen für 15 Uhr im Elysee-Palast an.

Aus Quellen des Innenministeriums verlautete, es seien "alle Signale in den vergangenen Wochen im roten Bereich gewesen". Alle Anzeichen hätten darauf hingewiesen, "dass sich ein Attentat dieser Natur auf dem Staatsgebiet ereignen würde".

Laut "Le Monde" ist die Fabrik jedoch nicht als hoch-gefährlich klassifiziert. Das bedeutet, dass sie industrielle Risiken birgt, aber dass die Menge gefährlicher Stoffe begrenzt ist. Auf diesem Niveau gibt es mehrere Hundert in Frankreich.

Die Chefin des Partei Front National, Marine Le Pen, fordert "sofortige starke Maßnahmen", " um "den Islam zu Boden zu werfen".

Quelle: ntv.de, nsc/ddi/AFP/rts