Politik

Razzia in mehreren Bundesländern Polizei geht gegen Rassisten-Gruppe vor

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Bei den Durchsuchungen wurde eine beträchtliche Menge an Speichermedien sichergestellt.

(Foto: picture alliance/dpa)

In mehreren Bundesländern führt die Polizei Durchsuchungen im rechtsextremen Milieu durch. Die Behörden werfen zwölf Verdächtigen vor, fremdenfeindliche Anschläge geplant zu haben. Dafür sollen sie den deutschen Ableger einer rassistischen Straßengang aus den USA gegründet haben.

Die Sicherheitsbehörden sind in mehreren Bundesländern zu einer Razzia gegen mutmaßliche Mitglieder einer rechtsextremistischen Vereinigung ausgerückt. Wie das schleswig-holsteinische Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft Flensburg mitteilten, richteten sich die Durchsuchungen gegen insgesamt zwölf Beschuldigte. Sie sollen die Vereinigung Aryan Circle Germany gegründet haben, um rassistisch motivierte Körperverletzungen und Sachbeschädigungen zu begehen. Auch Verstöße gegen das Waffengesetz soll die Gruppierung demnach geplant haben. Derzeit lägen jedoch keine Erkenntnisse zu geplanten Anschlägen vor, teilten die Behörden mit.

Die Razzien liefen in Schleswig-Holstein sowie weiteren Bundesländern, die bislang nicht genauer genannt wurden. Die Beschuldigten im Alter zwischen 19 und 57 Jahren sind den Angaben zufolge alle dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen und teilweise früher bereits durch rassistische Straftaten und Verstöße gegen das Waffengesetz aufgefallen. Laut Ermittlern traten die Verdächtigen als Aryan Circle Germany auf, etwa indem sie sich mit entsprechenden Symbolen selbst fotografierten.

Die Behörden gehen davon aus, dass sie sich im Juli des vorigen Jahres im schleswig-holsteinischen Bad Segeberg zu einer Gruppe mit dieser Bezeichnung zusammenschlossen und ermitteln daher nun wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Der Aryan Circle ist eine in den USA entstandene rassistische Gefängnis- und Straßengang.

Die Durchsuchungen dienten laut LKA und Staatsanwaltschaft der Suche nach Beweismitteln, mit denen sich die Vorwürfe untermauern lassen. Einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft Flensburg zufolge wurden bei den Durchsuchungen Speichermedien in beträchtlicher Menge sichergestellt. Außerdem seien Betäubungsmittel und einige Gegenstände gefunden worden, die unter das Waffengesetz fallen. Von Festnahmen war zunächst nicht die Rede.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP/dpa