Politik

Aktion gegen Besetzer Polizei räumt Häuser auf RWE-Gelände

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Vor einem Protestcamp am Rand des Hambacher Forstes stellen sich Aktivisten weiter einer Abholzung des Waldes entgegen.

(Foto: Oliver Berg)

Die Polizei löst ein neues Protestcamp des Bündnisses "Ende Gelände" im rheinischen Braunkohlerevier des Konzerns RWE auf. Sie warnt zudem vor weiteren Blockaden. Den 109 beteiligten Aktivisten droht bereits ein Verfahren wegen Hausfriedensbruchs.

Die Polizei ist weiter gegen Aktivisten im rheinischen Braunkohlerevier vorgegangen. Nach der Auflösung eines Protestcamps am Mittwochabend begannen Beamte in Kerpen-Manheim mit der Räumung von leerstehenden Häusern, die zuletzt von Kohlegegnern besetzt worden waren. Zugleich rief die Aachener Polizei zu Gewaltfreiheit bei den für die kommenden Tage erwarteten Aktionen von Klimaaktivisten im Tagebaugebiet zwischen Köln und Aachen auf.

Der nicht mehr bewohnte Ort Manheim soll dem Braunkohletagebau Hambach weichen. Eigentümer der von Aktivisten besetzten Immobilien ist der Energiekonzern RWE. Die RWE Power AG hatte laut Polizei in der vergangenen Woche Strafantrag gegen die Besetzer wegen Hausfriedensbruchs gestellt.

Der Aufforderung zum freiwilligen Verlassen der Häuser kamen die Besetzer laut Polizei nicht nach. Bereits am Mittwochabend hatten Polizisten das Protestcamp auf einem früheren Sportplatz in Kerpen-Manheim aufgelöst. Dabei wurden die Personalien von 109 Aktivisten festgestellt, ihnen droht ein Verfahren wegen Hausfriedensbruchs. Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" hatte auf dem RWE-Gelände ein Zeltcamp errichtet. "Die Errichtung dieses Camps ist rechtswidrig", erklärte die Polizei. RWE stellte Strafantrag.

Neue Blockadeaktionen angekündigt

Aktivisten von "Ende Gelände" wollen bis zum Sonntag wie bereits mehrfach in den vergangenen Jahren mit Blockadeaktionen im rheinischen Tagebaugebiet Front gegen die Kohleverstromung machen. Das Aktionsbündnis erklärte, Tausende Menschen seien derzeit auf dem Weg ins Braunkohlerevier. Sie seien entschlossen, die Kohleinfrastruktur um den Tagebau Hambach zu blockieren und damit "für Klimagerechtigkeit und einen sofortigen Kohleausstieg einzutreten".

Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach rief die Teilnehmer auf, ihrem Protest friedlich und ohne Gewalt Ausdruck zu verleihen. "Distanzieren Sie sich von Straftaten und bringen Sie sich und andere nicht in Gefahr", twitterte die Aachener Polizei. Weinspach erinnerte zugleich daran, dass der Tagebau ein umfriedetes Betriebsgelände sei und ein Eindringen einen "strafbaren Hausfriedensbruch" darstelle.

Quelle: n-tv.de, lle/AFP

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