Politik

Razzia in Hildesheimer MoscheePolizei stürmt Hotspot der Salafistenszene

28.07.2016, 10:29 Uhr
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Die Hildesheimer DIK-Moschee gehört zu den Zentren der radikal-islamischen Salafistenszene: Von allen ausgereisten, selbsternannten Gotteskriegern stammt etwa ein Drittel aus der Region. Die Polizei geht mit einer Razzia gegen die mutmaßlichen Islamisten vor.

Die Polizei ist mit einer Razzia gegen mutmaßliche Islamisten in Hildesheim vorgegangen. Die Beamten durchsuchten nach Angaben des Innenministeriums die DIK-Moschee "Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim" sowie Wohnungen von acht Vorstandsmitgliedern des Vereins.

Dabei seien zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden, hieß es aus Polizeikreisen. Festnahmen habe es nicht gegeben. "Der DIK in Hildesheim ist ein bundesweiter Hot-Spot der radikalen Salafistenszene", sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius laut Mitteilung. "Nach Monaten der Vorbereitung sind wir mit den Durchsuchungen einen wichtigen Schritt zum Verbot des Vereins gegangen."

Den Sicherheitsbehörden lägen Erkenntnisse vor, wonach im Verein Muslime radikalisiert und zur Teilnahme am Dschihad in den Kampfgebieten motiviert würden, sagte Pistorius. Zahlreiche Moschee-Besucher sind laut Innenministerium "nachweislich" nach Syrien und in den Irak gereist - unter anderem, um sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. "Das werden wir mit allen uns zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln bekämpfen", sagte Pistorius.

Zentrum der radikalen Szene

Die Region Hildesheim/Göttingen hat sich zu einem Schwerpunkt für die wachsende Zahl radikal-islamischer Salafisten entwickelt. Ein Drittel der im vergangenen Jahr in Richtung Syrien und Irak ausgereisten Gotteskrieger stammt aus der Region, wie es im Ende Mai vorgelegten Verfassungsschutzbericht 2015 hieß. Die Zahl der Salafisten stieg demzufolge von 400 Ende 2014 auf mehr als 540.

"Wir nehmen es nicht hin, wenn salafistische Vereine und ihre Hintermänner die bei uns geltenden Regeln ignorieren, sogar die verfassungsmäßige Ordnung in Frage stellen, und junge Menschen davon überzeugen wollen, sich dem selbsternannten IS anzuschließen", erklärte Pistorius. Dies werde mit allen zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft.

An der Razzia waren bis zu 400 Einsatzkräfte der Polizeidirektion Göttingen, der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen mit mehreren Einsatzhundertschaften sowie aus dem Landeskriminalamt Niedersachsen mit dem Spezialeinsatzkommando beteiligt.

Quelle: ntv.de, jgu/dpa/AFP

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