Politik

Zehntausende in Köln erwartet Polizei warnt vor Gewalt bei Kurden-Demo

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(Foto: imago images/Future Image)

In Köln gehen Tausende Menschen auf die Straße, um gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien zu protestieren. Bislang verläuft alles friedlich, doch die Angst vor Ausschreitungen ist groß. Die Veranstalter warnen vor möglichen Provokationen.

Zwei Demonstrationszüge gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien haben sich am Mittag in Köln mit Tausenden Teilnehmern friedlich in Bewegung gesetzt. Zuvor hatte die Polizei wegen befürchteter Ausschreitungen ein Verbot der Kundgebungen in Erwägung gezogen. Nach Polizeiangaben zogen zunächst rund 5000 Teilnehmer in Richtung Kölner Innenstadt. Dort ist für den Nachmittag eine gemeinsame Abschlusskundgebung geplant.

Zuvor hatte der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob vor mehreren Tausend gewaltbereiten Teilnehmern gewarnt und die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Bis zum Mittag sei es aber zu keinerlei Ausschreitungen oder Festnahmen gekommen, sagte ein Polizeisprecher in Düsseldorf.

Die Veranstalter - mehrere linke Bündnisse - hatten 15.000 Demonstranten angemeldet. Die Polizei rechnet mit mehr als 20.000, da es europaweite Aufrufe zu dem Protestmarsch gegeben habe. "Wir sind präsent in allen Situationen, wo es zu Gewalt kommen könnte, um sie sofort im Keim zu ersticken", sagte ein Kölner Polizeisprecher zum Großaufgebot der Sicherheitskräfte.

Veranstalter warnen vor Provokationen

Die Protestierenden sind mit Flaggen der kurdischen YPG-Miliz ausgestattet und tragen Plakate mit Aufschriften wie "Keine Deals mit dem AKP-Regime" oder "Der Hauptfeind steht im eigenen Land". Transparente und Bilder würden daraufhin überprüft, ob sie Symbole der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK enthielten, bestätigte die Polizei.

Zum Auftakt hatten die Veranstalter eindringlich gewarnt: "Es ist sehr wichtig, dass wir uns nicht provozieren lassen!" Es gebe Hinweise, dass sich Teilnehmer aus dem türkisch-nationalistischen Milieu unter die linken Gruppen - darunter viele Kurden - mischen und provozieren wollten. Demonstrationen gegen das Vorgehen der Türkei in Nordsyrien sind für den heutigen Samstag auch in anderen deutschen Städten geplant, darunter Berlin, Saarbrücken, Stuttgart und Frankfurt am Main.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa