Politik

Razzien nach Londoner Anschlag Polizei wertet Festnahmen als "Volltreffer"

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Nach dem Anschlag hatte es in London und weiteren britischen Städten Razzien gegeben.

(Foto: REUTERS)

Noch am Tag des Londoner Attentats bestätigt die britische Polizei mehrere Festnahmen - und die kamen gerade rechtzeitig. Alle acht Verdächtigen sollen in die Planung weiterer Terrortaten involviert sein. Derweil kann von Alltag in London noch keine Rede sein.

Einen Tag nach dem Londoner Anschlag wertet die britische Polizei die danach erfolgten Festnahmen als "Volltreffer". Alle acht Festgenommenen würden der Terrorvorbereitungen verdächtigt, teilte die Polizei mit. Die Ermittlungen würden mit Hunderten Beamten fortgesetzt - derzeit gebe es noch Razzien in Wales, in Birmingham und in London. Premierministerin Theresa May hatte zuvor erklärt, der mittlerweile als Khalid Masood identifizierte Angreifer sei ein Einzeltäter gewesen.

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Tausende Londoner versammelten sich am Abend zu einer Mahnwache.

(Foto: REUTERS)

  Der 52-jährige Brite hatte am Mittwoch mit einem Auto auf der Westminster Bridge zwei Menschen getötet und dann auf dem Parlamentsgelände einen unbewaffneten Polizisten erstochen, bevor er selbst erschossen wurde. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich. Der britische Außenminister Boris Johnson forderte Internet-Anbieter und soziale Medien zu mehr Wachsamkeit auf. Sie müssten extremistische Propaganda besser im Blick behalten und auf ihren Seiten löschen, erklärte der ehemalige Londoner Bürgermeister in einer Rede bei den Vereinten Nationen in New York.

Nach einer Schweigeminute im Parlament am Vormittag versammelten sich am Abend Tausende Menschen am Trafalgar Square zu einer Mahnwache. Londons Bürgermeister Sadiq Khan zündete während einer Gedenkzeremonie vor den Stufen der National Gallery Kerzen für die Opfer an. "Londoner werden sich nie von Terror einschüchtern lassen", rief Khan den Menschen zu. Bereits zuvor hatte er sich in einem Interview mit dem Nachrichtensender Sky News kämpferisch gezeigt. "Wir dürfen uns nicht beugen; wir dürfen nicht zulassen, dass die Terroristen Erfolg haben und unseren Lebensstil zerstören oder Gemeinden spalten", sagte er.

Weltweite Zeichen der Solidarität

Auch in Deutschland gedachten die Menschen der Opfer des Anschlags. Aus Solidarität mit ihnen wurde am Abend das Brandenburger Tor in Berlin in den britischen Farben beleuchtet. Auch Frankreich hatte bereits am Mittwoch in Gedenken an die Toten die Lichter am Eiffelturm abgeschaltet. Israel zeigte seine Anteilnahme, indem das Rathaus in Tel Aviv in den britischen Landesfarben erstrahlte.

Unter den Opfern des Anschlags sind neben dem erstochenen Polizisten auch ein US-Amerikaner, der mit seiner Frau die Silberhochzeit in London feierte, und eine zweifache britische Mutter. Ein 75 Jahre alter Mann erlag am Donnerstagabend seinen Verletzungen. Insgesamt wurden etwa 40 Menschen verletzt. Beinahe 30 Menschen aus elf Ländern mussten im Krankenhaus behandelt werden - unter ihnen auch eine Frau aus Deutschland. Zwei der Verletzten schweben noch in Lebensgefahr.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/rts