Politik

Schüsse in mehreren US-Städten Polizist und 19-Jähriger sterben bei Protesten

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In Oakland, Kalifornien, stirbt ein 19-Jähriger durch Schüsse eines Unbekannten.

(Foto: REUTERS)

Die Zusammenstöße bei den Protesten in den USA werden immer gewalttätiger. In mehreren US-Städten fallen bei Demonstrationen gegen rassistische Polizeigewalt Schüsse. Dabei sterben zwei Menschen.

Die landesweiten Proteste gegen rassistische Polizeigewalt in den USA hat zwei Todesopfer gefordert. In Detroit wurde Medienberichten zufolge bei einer Demonstration ein 19-jähriger Mann getötet. Jemand habe auf eine Menge von Demonstranten geschossen, berichtet CNN unter Berufung auf Polizeiangaben. Wer für die Schüsse verantwortlich war, blieb demzufolge unklar. Das Opfer sei wenig später im Krankenhaus gestorben. In Oakland, Kalifornien, erlitten zwei Beamte bei Protesten am Freitagabend Schusswunden, teilte die Polizei mit. Einer der Beamten starb an seiner Verletzung.    

Auch in Minneapolis wurde nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz bei einer Protestdemonstration auf Polizisten geschossen. Das teilte Minnesotas Gouverneur Tim Walz mit. "Hier geht es nicht um Georges Tod. Hier geht es um Chaos", sagte der Gouverneur mit Blick auf die Ausschreitungen in Minneapolis und anderen Städten.

In Minneapolis galt nach tagelangen schweren Ausschreitungen eine nächtliche Ausgangssperre. Dessen ungeachtet gingen zahlreiche Demonstranten auf die Straße. Sie hielten Plakate mit Aufschriften wie "Hört auf, uns zu töten" oder "Ich kann nicht atmen" in die Höhe und forderten Gerechtigkeit für Floyd. Es kam zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei, bei denen den Angaben von Walz zufolge auch auf Polizisten geschossen wurde. Die Polizei setzte ihrerseits Tränengas und Blendgranaten ein. An mehreren Orten wurden Geschäfte geplündert.

Angesichts der Eskalation verkündete die Nationalgarde von Minnesota die Entsendung weiterer Einsatzkräfte nach Minneapolis und in die Nachbarstadt Saint-Paul. Insgesamt seien nun 1700 Soldaten vor Ort. US-Präsident Donald Trump hatte das Pentagon zuvor aufgefordert, weitere Armeeeinheiten in Alarmbereitschaft zu versetzen.

Biden fordert Kampf gegen "systematischen Rassismus"

Der ehemalige Vizepräsident Joe Biden forderte einen entschlossenen Kampf gegen "systematischen Rassismus" in den USA. "Durch unser Schweigen, durch unsere Selbstgefälligkeit sind wir Komplizen der Fortsetzung des Kreislaufs der Gewalt", sagte der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten in einer Videobotschaft. "Leute: Wir müssen aufstehen. Wir müssen uns bewegen. Wir müssen uns ändern."

In Anspielung auf die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump fügte er hinzu, in einer solchen nationalen Krise brauche Amerika keine "aufwieglerischen Tweets", sondern "wirkliche Führung". Die "Ursünde" der Sklaverei und deren Folgen belasteten das Land bis heute. "Wir brauchen eine Führung, die alle an den Tisch bringt, damit wir Maßnahmen anstrengen können, systematischen Rassismus auszumerzen", sagte Biden. Das werde nicht einfach sein. "Aber es geht hier um die Seele Amerikas."

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Floyd war am Montag bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis gestorben, nachdem ein weißer Polizist ihm minutenlang sein Knie in den Nacken gedrückt hatte. Ein Video des Vorfalls löste US-weit Entsetzen aus. Am Freitag wurde der Polizist festgenommen, der bei der brutalen Aktion fast neun Minuten auf Floyds Nacken gekniet hatte. Ihm wird Totschlag und fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Floyds Familie begrüßte die Festnahme als einen "Schritt auf dem Weg zur Gerechtigkeit". Sie fordert jedoch eine Anklage wegen Mordes statt wegen Totschlags.

Quelle: ntv.de, vmi/AFP