Politik

Zusammenstöße am Tagebau Polizisten bei Klima-Protesten verletzt

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Bei Zusammenstößen zwischen Aktivisten und Polizei wurden mehrere Menschen verletzt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Rund um den Tagebau Garzweiler haben sich Tausende Klimaschützer versammelt, um für einen schnellen Kohleausstieg zu demonstrieren. Aktivisten von Ende Gelände durchbrechen eine Polizeikette und laufen in die Grube. Es kommt zu Zusammenstößen.

Nach dem Durchbrechen einer Polizeikette sind Klima-Aktivisten des Bündnisses Ende Gelände nach Polizeiangaben übers Feld in den rheinischen Tagebau Garzweiler gelaufen. Eine Sprecherin der Polizei sagte, man habe Pfefferspray eingesetzt und versuche nun, die Demonstranten von den Großgeräten auf dem Gelände fernzuhalten. Bislang seien sechs Polizisten verletzt worden.

Die Gruppe hatte sich mit rund 1600 Leuten Richtung Jackerath im Süden des Tagebaus aufgemacht. Der NRW-Chef der GdP, Michael Mertens, sprach von einem "unglaublichen Leichtsinn" der Aktivisten. Die Abbaukanten im Tagebau seien auch deshalb so gefährlich, weil man oben oft gar nicht sehe, wenn darunter gar kein Grund mehr sei. "Da können Sie 40 Meter tief stürzen", so Mertens. Er prophezeite einen "langen Tag" für die Polizei, da das Eindringen in den Tagebau wohl keine Einzelaktion bleiben werde.

Tausende Klimaschützer demonstrieren auch an anderen Orten im rheinischen Braunkohlerevier für einen schnellen Kohleausstieg. Sie haben sich am späten Vormittag in der Nähe des Ortes Keyenberg versammelt, der dem Tagebau weichen soll, wie ein Organisationsbündnis aus umwelt- und zivilgesellschaftlichen Gruppen mitteilte. In Erkelenz etwa seien rund 400 Teilnehmer mit dem Fahrrad nach Keyenberg aufgebrochen, sagte ein Sprecher des Bündnisses. In dem Ort soll die Abschlusskundgebung stattfinden.

Fridays for Future demonstrieren friedlich

Das Bündnis hat zum Aktionstag unter dem Motto "Kohle stoppen - Klima und Dörfer retten" aufgerufen. Dazu zählen Gruppen wie Campact, Bund und Greenpeace. Auch die Anhänger der Schülerbewegung Fridays for Future wollen in der Nähe des Tagebaus demonstrieren. An einer internationalen Großdemonstration in Aachen hatten am Freitag nach Angaben der Organisatoren 40.000 junge Menschen teilgenommen.

Ende Gelände hat zusätzlich für das gesamte Wochenende "Aktionen zivilen Ungehorsams" gegen den weiteren Kohleabbau angekündigt. Seit Freitagabend blockieren hunderte Aktivisten die Bahnstrecke vor dem Kohlekraftwerk Neurath, wodurch der Kohletransport vom Tagebau Garzweiler zum Kraftwerk des Energiekonzerns RWE unterbrochen ist.

Quelle: n-tv.de, fhe/AFP/dpa

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