Politik

Rohe Gewalt bei Kurdenprotesten Polizisten warnen vor "Stellvertreterkrieg"

Der Krieg in Syrien strahlt immer stärker auch auf Deutschland aus. Nach drei Nächten mit Ausschreitungen in mehreren deutschen Städten wendet sich der Chef der Polizeigewerkschaft mit deutlichen Worten an die Öffentlichkeit.

Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden ethnischen Gruppen in mehreren deutschen Städten schlägt die Polizeigewerkschaft Alarm. "Hier droht ein Stellvertreterkrieg auf deutschem Boden", sagte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, der "Passauer Neuen Presse".

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Wasserwerfereinsatz in Hamburg: "Hier droht ein Stellvertreterkrieg auf deutschem Boden."

(Foto: AP)

In Hamburg und Celle hätten die Einsatzkräfte "unter Lebensgefahr rohe Gewalt" erlebt, die sich auch gezielt gegen die Polizei gerichtet habe. Die Gewalttäter seien mit Macheten, Schlagstöcken und Messern "bis an die Zähne" bewaffnet gewesen, klagte Wendt. Die Konflikte aus dem Irak und Syrien würden auf deutschen Straßen ausgetragen.

"Nicht das erste Mal"

Auch der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach zeigte sich besorgt. Es sei "leider nicht das erste Mal, dass Konflikte, deren Ursachen in anderen Staaten oder in unterschiedlicher religiöser Prägung liegen, mit Gewalt auf unseren Straßen und Plätzen ausgetragen werden", sagt der CDU-Politiker Bosbach der "Passauer Neuen Presse". Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer forderte, es müsse "mit allen Möglichkeiten des Strafrechts gegen die Täter und vor allem Rädelsführer vorgegangen werden".

Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen kurdischen und jesidischen Gruppen sowie Muslimen wurden am Dienstag in Hamburg und Celle mehr als 20 Menschen verletzt. Auch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag kam es zu vereinzelten Ausschreitungen. In Hamburg waren mehr als 1000 Polizeibeamte im Einsatz, um eine neuerliche Eskalation zwischen Vertretern muslimischer und kurdischer Volksgruppen zu verhindern.

Im nordsyrischen Kobane stehen sich kurdische Soldaten und Anhänger der Dschihadistengruppe IS in schweren Kämpfen gegenüber. Kurden in Deutschland demonstrieren seit Tagen für mehr Unterstützung für ihre Landsleute in Kobane.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP