Politik

Billiges Öl beutelt Russland Preiskrieg macht Putin kleinlaut

87ff469991114ed0a9066ecca61c2c96.jpg

Öl ist Russlands wichtigste Einnahmequelle - daher bereitet der Preiskrieg Putin Probleme.

(Foto: dpa)

Für gewöhnlich zeigt sich Russlands Präsident Putin unbeeindruckt von Problemen - zurzeit muss er aber zwei große Herausforderungen bestehen. Neben der Corona-Krise ist das vor allem der Ölpreis.

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht angesichts des Ölpreisverfalls dringenden Handlungsbedarf. "Für unsere Wirtschaft ist das in der Tat eine sehr ernste Herausforderung", sagte Putin bei einer Regierungssitzung per Videoschalte. Es seien daher Gespräche mit den Partnern beim Ölkartell Opec nötig. Der Crash für Russlands wichtigsten Exportartikel sei "sehr bedeutend".

Es war das erste Mal, dass Putin sich derart besorgt zeigte. Russlands Haushalt hängt von den Einnahmen aus dem Ölverkauf ab. Derzeit ist das Land in einen Preiskrieg mit dem wichtigen Ölförderer Saudi-Arabien verwickelt.

Russland will Begrenzung

"Deshalb müssen wir gemeinsam mit den wichtigsten Förderländern und Nutzern solche Entscheidungen treffen, die die Lage auf dem Markt insgesamt entspannen", sagte Putin. Russland tritt für eine Begrenzung der Ölfördermengen ein. Putin hatte die Lage in dieser Woche auch mit US-Präsident Donald Trump telefonisch erörtert. Der Kremlchef warnte, das Ölgeschäft könne wegen der Preise bald unterfinanziert sein und die Arbeit an vielen Förderstellen eingestellt werden. "Dann wird ein sehr starker Preissprung unausweichlich - und das braucht wiederum auch niemand", sagte er.

Die Ölpreise waren zuletzt deutlich zurückgegangen. Am Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni 24,84 US-Dollar. Das waren 1,51 Dollar weniger als am Vortag. Russland hat seinen Haushalt auf einen Preis von rund 42 US-Dollar in diesem Jahr ausgerichtet.

Am Vortag hatte Trump Gespräche zwischen den in einen Preiskrieg verwickelten Ölfördernationen Saudi-Arabien und Russland in Aussicht gestellt. Sollte es zu Gesprächen kommen, wären das die ersten seit dem Scheitern von Opec+ Anfang März. Aus Sicht von Marktbeobachtern ist die Ankündigung von Gesprächen lediglich ein Hoffnungsschimmer. Auch im April werden die Preise wohl niedrig bleiben. Saudi-Arabien plant laut jüngsten Angaben eine deutliche Steigerung der Fördermenge. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Nachfrage wegen der Corona-Pandemie weiter einbricht.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa