Politik

Forum mit 3500 Nutzern entdeckt Prepper wappnen sich für "Bürgerkrieg"

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Der Begriff Prepper stammt vom englischen "to prepare" und bezeichnet Menschen, die sich auf eine Katastrophe vorbereiten.

(Foto: imago/Michael Eichhammer)

Der "Spiegel" berichtet von einem Onlineforum, in dem sich Tausende rechte Prepper für einen "Bürgerkrieg" mit Migranten und Muslimen vorbereiten. Sie teilen dort Gewaltfantasien und erörtern auch Möglichkeiten zur Waffenbeschaffung.

In einem bislang unbekannten Onlineforum haben sich einem Medienbericht zufolge gewaltbereite deutsche Prepper zusammengefunden. Dort wollten sie sich laut "Spiegel" für die Apokalypse und für einen "Bürgerkrieg" mit Migranten und Muslimen wappnen. Die Gruppe umfasse demnach mehr als 3500 Nutzer. Für ihre Absprachen nutzte sie das russische soziale Netzwerk VK. Sie selbst nannten sich "Überlebensgruppe", wie das Magazin berichtet.

In dem Forum finden sich dem Bericht zufolge neben Notfallvorsorge-Listen zahlreichen Tipps zur Beschaffung von Waffen auf legalem und illegalem Weg. Sicherheitsbehörden hätten laut vertraulichen Analysen wiederholt Waffen bei Preppern in Deutschland gefunden. In etlichen Fällen zählen die Verdächtigen zur rechten Szene oder hingen dem "Reichsbürger"-Milieu an.

Was sind "Prepper"?

"Prepper" (von englisch, to be prepared, vorbereitet sein) sind Menschen, die sich auf den Zusammenbruch der gegenwärtigen Ordnung, sei es durch Krieg oder Naturkatastrophen vorbereiten. Sie legen Vorräte an und trainieren Überlebensstrategien ohne Elektrizität und andere moderne Annehmlichkeiten. Nicht alle "Prepper" sind Rechtsextreme, doch fordern etwa die "Reichsbürger" ihre Anhänger auf, "Prepper" zu werden.

Erst Mitte dieses Jahres wurden drei Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) festgenommen, weil sie mutmaßlich Dienstmunition beiseitegeschafft hatten und einer von ihnen Kontakte in die Prepper-Szene hatte. Darauf wurden die Ermittler durch Ermittlungen gegen einen Rechtsanwalt und einen weiteren Polizisten aus Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam. Ihnen wurde vorgeworfen, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat im Zusammenhang mit Preppern vorbereitet zu haben.

Die Sicherheitsbehörden schätzen die Szene bislang nicht grundsätzlich als verfassungsfeindlich ein. Stattdessen gehen sie lediglich von radikalisierten Teilen aus. Allerdings wurden immer wieder bei Preppern nicht nur Waffen gefunden, sondern auch Verbindungen zu Rechtsextremen, "Reichsbürgern", sowie zu radikalisierten Soldaten und Polizisten nachgewiesen. Gegenüber dem "Spiegel" kritisierte der grüne Innenpolitiker Konstantin von Notz: "Viel zu lange haben die Sicherheitsbehörden Gruppierungen wie die Prepper pauschal als harmlose Spinner abgetan. Hier muss sich ihre Analysefähigkeit dringend verbessern."

Quelle: ntv.de, lwe/AFP