Politik

Behandlungskosten an der Charité Privatleute wollen für Nawalny zahlen

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Alexej Nawalny kann seit einigen Tagen wieder ohne Hilfe atmen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit knapp einem Monat wird der russische Oppositionelle Alexej Nawalny wegen einer Vergiftung in der Berliner Charité versorgt. Doch wer kommt eigentlich für die intensive Behandlung auf? Der Berliner Senat hat jetzt eine entsprechende AfD-Anfrage beantwortet.

Die Kosten für die Behandlung des vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny an der Berliner Charité werden laut dem Senat der Stadt von Privatleuten übernommen. "Es liegt eine Kostenübernahmezusage durch Privatpersonen vor", antwortete die Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung auf eine veröffentlichte parlamentarische Anfrage des AfD-Abgeordneten Gunnar Lindemann, die auf etwaige Kosten für Berliner Steuerzahler abzielte.

Zur Höhe der angefallenen, beziehungsweise erwarteten Behandlungskosten machte der Senat keine Angaben: Die Universitätsklinik sehe sich wegen der "spezifischen Umstände des Falles" sowie diagnostischer und therapeutischer Besonderheiten derzeit nicht in der Lage, dazu belastbare Aussagen zu treffen, hieß es. Der Transport des Patienten nach Berlin sei im Rahmen einer privaten Hilfsmission erfolgt, "die für die Kosten aufgekommen ist", erklärte die Senatskanzlei weiter. Zu diesen Kosten lägen keinerlei Informationen vor.

Nawalny war am 20. August bei einem Inlandsflug in Russland bewusstlos geworden, seit dem 22. August wird er in der Charité behandelt. Er wurde nach Angaben von Speziallaboren mit einem Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Russland behauptet, nicht in den Fall verwickelt zu sein. Inzwischen haben neben einem deutschen Labor zwei weitere Speziallabore in Frankreich und Schweden einen Nervengift-Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache für die Vergiftung festgestellt. Dies hatte die Bundesregierung zu Beginn der Woche mitgeteilt.

Mittlerweile geht es dem 44-Jährigen schon etwas besser. Am Dienstag sendete er erstmals via Instagram ein kurzes Lebenszeichen an seine politischen Anhänger und zeigte sich mit seiner Familie. Auch die Charité informierte darüber, dass Nawalny nicht mehr beatmet werden muss und sein Krankenbett zeitweise verlassen kann. Sein Gesundheitszustand habe sich weiter verbessert, und er werde zunehmend mobilisiert.

Quelle: ntv.de, hek/dpa