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Bundesrat stärkt Homosexuelle Pseudotherapien sollen verboten werden

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Homosexualität ist keine Krankheit.

(Foto: picture alliance / Sven Hoppe/dp)

Sogenannte Konversionstherapien zielen darauf ab, Schwule und Lesben heterosexuell zu machen. Für derartige Anbieter ist Homosexualität behandlungsbedürftig. Das ist nicht akzeptabel, sagen Vertreter der Bundesländer. Sie fordern ein Verbot und Schadenersatz für Betroffene.

Die Bundesländer fordern ein Verbot sogenannter Konversionstherapien. Diese haben zum Ziel, Homosexuelle zu Heterosexuellen zu machen. Der Bundesrat beschloss in Berlin einen entsprechenden Aufruf an die Bundesregierung. "Homosexualität ist keine Krankheit", stellte in der Sitzung Berlins Justizsenator Dirk Behrendt klar. Sie sei daher auch nicht behandlungsbedürftig.

Die Bundesregierung wird mit der Entschließung aufgefordert, strafrechtliche Sanktionen gegen solche Pseudotherapien zu prüfen. Auch dürften diese weder medizinisch vergütet werden, noch sollen Organisationen, die sie anbieten, öffentliche Gelder erhalten. Zudem sollten Schadenersatzansprüche für bereits behandelte Menschen in Erwägung gezogen werden.

"Die Bundesländer setzen damit ein klares Zeichen, dass die Gleichsetzung von Homosexualität und Krankheit nicht akzeptabel ist", begrüßte Schleswig-Holsteins Familienminister Heiner Garg den Beschluss. Jetzt müsse die Bundesregierung "zügig handeln", verlangte der hessische Sozialminister Kai Klose.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die "Therapien" unterbinden. Er setzte im April eine Fachkommission ein, die Vorschläge machen soll, wie genau ein solches Verbot eingeführt werden kann. Das Gremium soll seinen Abschlussbericht bereits im Herbst vorlegen. Die heutige Bundesrats-Entschließung erfolgte am Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Trans- und Interphobie. Dazu fanden in Deutschland zahlreiche Veranstaltungen statt.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP

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