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Anwalt schildert Aljochinas Plan Pussy-Riot-Aktivistin flieht aus Russland

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Nach einem Protest gegen Präsident Putin wird Maria Aljochina im Jahr 2012 zu zwei Jahren Straflager verurteilt. Auch lange danach steht sie weiter unter polizeilicher Überwachung. Trotzdem gelingt ihr die Flucht aus Russland, sagt ihr Anwalt - und erklärt sogar, wie.

Die Aktivistin der Punkband Pussy Riot, Maria Aljochina, hat nach Angaben ihres Anwalts trotz polizeilicher Überwachung Russland auf noch unbekanntem Weg verlassen. Aljochina befinde sich nicht mehr auf russischem Staatsgebiet, sagte ihr Anwalt Daniil Berman nach Angaben der Agentur Interfax. Nach unbestätigten Berichten soll sie ihren Wohnort in der Uniform eines Kurierdienstes verlassen haben.

Die "New York Times" berichtete, dass sich Aljochina inzwischen in Vilnius aufhalte. Sie sei von einem oder einer Bekannten mit einem Auto an die Grenze zu Belarus gebracht worden und habe dann nach etwa einer Woche Litauen erreicht. Weitere Details zum Fluchtverlauf wurden nicht genannt.

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"Ich bin froh, dass ich es geschafft habe", wurde sie zitiert. Unter anderem habe sie laut der US-Zeitung ihr Mobiltelefon zurückgelassen, um einer möglichen Ortung zu entgehen und zugleich den russischen Behörden einen unveränderten Aufenthaltsort vorzuspielen. "Ich verstehe immer noch nicht ganz, wie ich das geschafft habe", wird sie weiter zitiert. In Vilnius ist sie dem Bericht zufolge in einem kleinen Apartment untergebracht.

Aljochina geriet zuletzt immer wieder mit der russischen Justiz in Konflikt. Im Zusammenhang mit Aufrufen zu Demonstrationen für den inhaftierten Kremlgegner Alexej Nawalny wurde sie im September des Vorjahres zu einem Jahr Freiheitsbeschränkung verurteilt. So durfte sie ihre Wohnung nachts nicht verlassen. Seit Jahresbeginn wurde sie mehrmals von den Sicherheitsbehörden unter diversen Vorwürfen aufgegriffen. Als Ziel dahinter ist zu vermuten, dass so ihr politischer Aktivismus unterbunden oder zumindest geschwächt worden sollte. Bereits im Jahr 2021 war Aljochina mit ihrer Bandkollegin Nadeschda Tolokonnikowa zu zwei Jahren Straflager verurteilt. Sie hatte in einer Kirche gegen Präsident Wladimir Putin protestiert.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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