Politik

Kurz nach Protest in BerlinPutin-Kritiker in Polen auf offener Straße erschossen

16.06.2026, 10:16 Uhr
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Semyon Skrepetsky demonstrierte erst am Freitag Unter den Linden in Berlin, unter anderem vor der russischen Botschaft. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Vor wenigen Tagen zeigt Semyon Skrepetsky noch in Berlin offen seinen Unmut über Putin. Nun ist der russische Künstler tot. Auch Lukaschenko zählte zu den Motiven seiner Spottzeichnungen.

Ein russischer Künstler und Putin-Kritiker ist im Osten Polens auf offener Straße erschossen worden. Auf den 44-Jährigen seien mehrere Schüsse abgegeben worden, sagte ein Polizeisprecher der Woiwodschaft Lublin der polnischen Nachrichtenagentur PAP zufolge. Tatort war demnach die Stadt Biala Podlaska, die etwa 35 Kilometer vor der Grenze zu Belarus liegt.

Dem Hergang nach sehe es nach einer geplanten Tötung aus, sagte der Polizeisprecher. "Wir kennen aber das Motiv des Täters bisher nicht", sagte er. Gefasst werden konnte der Schütze nicht.

Während die polnische Polizei keine Namen nannte, identifizierten russische und belarussische Oppositionsmedien den Toten als den Aktionskünstler und Karikaturisten Semyon Skrepetsky. Er habe sich mit Spottzeichnungen über Kremlchef Wladimir Putin, den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko oder Sowjetdiktator Josef Stalin einen Namen gemacht. Skrepetsky lebte seit 2021 in Polen im Exil.

Am Freitag protestierte Skrepetsky noch in Berlin gegen Putin. Einem polnischen Fernsehbericht zufolge wurde mehrmals aus nächster Nähe auf den Künstler geschossen, wie das Portal Meduza meldet. Wahrscheinlich handelt es sich demnach um zwei Täter. Diese könnten eine Verbindung zu Belarus haben.

Quelle: ntv.de, chl/dpa

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