Politik

"Es war ein gutes Gespräch"Putin empfängt Schröder im Kreml

05.06.2026, 22:12 Uhr
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Ex-Kanzler Schröder ist mit Putin befreundet und war nach seiner Regierungszeit als Lobbyist für russische Energieunternehmen tätig (Archivbild). (Foto: picture alliance/dpa/POOL SPUTNIK KREMLIN/AP)

Wladimir Putin will seinen Freund Gerhard Schröder als Vermittler für Gespräche zwischen der EU und Moskau sehen. Deutschland lehnt deutlich ab. Das hält den Ex-Bundeskanzler nicht von einer Reise nach Russland ab. Der Kremlchef empfängt ihn nun zu einem "guten" Vieraugengespräch.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach Kreml-Angaben zu einem Vieraugengespräch mit Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder getroffen. "Ja, sie haben sich getroffen. Es war ein gutes Gespräch", sagte der außenpolitische Berater Putins, Juri Uschakow, der Agentur Interfax. Zum Inhalt und dabei möglichen Perspektiven für Verhandlungen zwischen Russland und der Europäischen Union konnte er keine Angaben machen. Das Treffen fand demnach im Kreml in Moskau statt.

Putin hatte Schröder kürzlich als möglichen Vermittler für Gespräche zwischen der EU und Russland genannt. Der 82-Jährige ist mit dem Kremlchef befreundet und war nach seiner Regierungszeit als Lobbyist für russische Energieunternehmen tätig. Die Bundesregierung und andere europäische Regierungen hatten den Vorschlag deutlich abgelehnt. 

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte daraufhin gewarnt, die Debatte über die Auswahl eines Gesandten für mögliche Ukraine-Friedensgespräche mit Russland fortzusetzen. "Es ist eine Falle, in die Russland uns locken will", sagte sie Ende Mai. Die russische Taktik sehe vor, dass man darüber diskutiere, wer mit Russland spreche, und Russland dann bereits auswähle, wer geeignet sei und wer nicht. Kallas betonte auch, dass Verhandlungen immer eine Teamleistung seien und es aus ihrer Sicht erst einmal eine Verhandlungsstrategie brauche, bevor man über Personen rede.

Bei einem Pressegespräch mit Vertretern ausländischer, darunter auch westlicher Medien, hatte Putin am Donnerstag seine angebliche Bereitschaft zum Dialog auch mit Europa zur Beendigung des Krieges bekräftigt. Als Vermittler kämen aber nur neutrale "Leute" infrage, "denen man vertrauen kann". Er sei "verwundert", dass sein Plädoyer für Schröder als Vermittler wild diskutiert worden sei in Deutschland. Es gehe nicht darum, ob Schröder sein Freund sei oder nicht; der Ex-Kanzler sei ein Staatsmann, der für die Interessen Deutschlands eintrete und seine eigenen Positionen verteidige. Deutschland und Europa seien wegen der Waffenlieferungen an die Ukraine nicht neutral. Die Beziehungen zwischen der EU und Russland sind durch den seit 2022 währenden russischen Krieg gegen das Nachbarland Ukraine schwer belastet.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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