Politik
Hat offenbar nur gute Tage: Russlands Präsident Wladimir Putin.
Hat offenbar nur gute Tage: Russlands Präsident Wladimir Putin.(Foto: AP)
Donnerstag, 08. Juni 2017

"Ich habe keine schlechten Tage": Putin erklärt, warum er ein Mann ist

Russlands Präsident Putin kehrt gerne seine männliche Seite hervor. In einem Dokumentarfilm von Oliver Stone nutzt er wieder die Gelegenheit und spricht über die Natur der Dinge, Homosexuelle und Attentatsversuche auf ihn.

Ob mit nacktem Oberkörper beim Reiten oder als Judoka auf der Matte - der russische Präsident Wladimir Putin liebt es bekanntlich, sich von seiner kernigen Seite zu zeigen. Nun hat er in einem Interview mit dem US-Regisseur und dreifachen Oscar-Preisträger Oliver Stone noch einmal nachgelegt. Er erklärt, was ihn von einer Frau unterscheidet.

"Ich bin keine Frau und habe keine schlechten Tage", sagt er in der vierteiligen Dokumentation, von der vorab einige Ausschnitte bekannt wurden. "Ich versuche nicht, irgendjemanden zu beleidigen. Das ist einfach die Natur der Dinge. Es gibt gewisse natürliche Zyklen."

Putin äußert sich auch zu der Frage, ob er neben einem schwulen Mann duschen würde: "Naja, ich würde nicht gerne mit ihm duschen wollen. Warum ihn herausfordern? Aber wissen Sie, ich bin Master im Judo", so der Präsident lachend. Zugleich verneint er, dass in Russland Homosexuelle verfolgt würden - trotz eines Gesetzes, das homosexuelle Propaganda unter Minderjährigen verbietet, und Berichten über die Verfolgung Homosexueller in der russischen Republik Tschetschenien.

Auf Stones Einwurf, er habe glaubwürdige Informationen darüber, dass Putin mindestens fünf Attentatsversuche überlebt habe, erwidert Putin: "Ich mache meine Arbeit und die Sicherheitsbeamten machen ihre, und sie sind immer noch sehr erfolgreich. Ich vertraue ihnen." Dann zitierte er ein russisches Sprichwort, wonach "diejenigen, die dazu bestimmt sind, gehängt zu werden, nicht ertrinken werden".

"Nur Gott kennt unser Schicksal"

Ansonsten zeigt sich Putin von seiner philosophischen Seite. "Nur Gott kennt unser Schicksal - Ihres und meins. Eines Tages wird es jeden von uns ereilen. Die Frage ist, was wir bis dahin in dieser vergänglichen Welt vollbracht haben und ob wir unser Leben genossen haben." Als Stone Putins Disziplin lobt, erklärt dieser, ohne diese sei es schwer, seine Arbeit zu erledigen.

Stone hatte über zwei Jahre die seltene Gelegenheit, Putin zu begleiten. Unter anderem im Situation Room, beim Eishockey, im Flugzeug und in Lenins Mausoleum. Offenbar gilt der Regisseur von "Platoon" und "Natural Born Killers" dem Kreml als vertrauenswürdiger Gesprächspartner. So hatte er einen Film über die Maidan-Revolution 2014 in der Ukraine gedreht, in dem er das russische Argument aufgriff, dass die Ereignisse von den US-Geheimdiensten dirigiert worden seien.

Im Gespräch mit Stone äußert sich Putin auch zur Frage, ob die USA einen heißen Krieg dominieren würden: "Ich glaube nicht, dass jemand einen solchen Konflikt überleben würde." Auch wenn die russisch-amerikanischen Beziehungen schlecht seien, sagt Putin: "Es gibt immer Hoffnung. Bis sie bereit sind, uns auf den Friedhof zu bringen und uns zu begraben."

Die Nato beschreibt Putin in dem Film erneut als ein Instrument der US-Außenpolitik. Es gebe keine Alliierten, sondern nur Vasallen. "Sobald ein Land Nato-Mitglied wird, ist es schwer, dem Druck der USA zu widerstehen. Und plötzlich kann jedes Waffensystem in diesem Land platziert werden." Deshalb sei Russland gezwungen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. "Wir müssen unsere Raketensysteme auf Einrichtungen richten, die uns bedrohen. Die Situation spannt sich weiter an."

Der vierteilige Dokumentarfilm von Stone mit dem Titel "Die Putin-Interviews" wird nächste Woche vom 12. bis zum 15. Juni auf dem US-Sender CBS ausgestrahlt.

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Quelle: n-tv.de

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