Politik

Reserven werden angezapftPutin gesteht Benzin- und Dieselmangel auf Krisensitzung ein

28.06.2026, 20:48 Uhr
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Ein Bild an vielen Tankstellen in Russland: Lange Warteschlangen. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die zahlreichen ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien hinterlassen bleibende Wirkung. Die bestätigt auch Präsident Putin auf einem Krisengipfel. Reserven würden genutzt, ein Exportverbot könnte kommen. Vor allem solle die Produktion steigen. Wie, ist aber völlig offen.

Kremlchef Wladimir Putin hat eine Krisensitzung zu den aktuellen russischen Versorgungsproblemen mit Treibstoff einberufen. Zuallererst müssten die Auswirkungen der wiederholten ukrainischen Angriffe gegen Raffinerien und andere Objekte der Erdölindustrie abgefedert werden. "Wir müssen die Folgen terroristischer Anschläge auf unsere zivilen Einrichtungen und die Infrastruktur reduzieren", wurde er von der Staatsagentur Tass zitiert. An der Sitzung nahmen Vertreter diverser Ministerien sowie der wichtigsten Erdöl-Produzenten Russlands teil. Tatsächlich ist es allerdings Russland, das einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begann und unter anderem die dortige Zivilbevölkerung terrorisiert.

Die zuletzt verstärkten ukrainischen Angriffe gegen die Erdölindustrie in Russland haben zu ernsthaften Versorgungsproblemen geführt. "An den Tankstellen gibt es Warteschlangen, die benötigten Benzinsorten sind nicht immer vorrätig", sagte Putin. Er bestätigte, dass bereits über ein Exportverbot für Diesel-Treibstoff nachgedacht werde. Russland habe inzwischen begonnen, seine Benzinreserven anzuzapfen.

Putin erwartete schon im Juli eine deutliche Erhöhung der Produktion der wichtigsten Treibstoffarten. "Die sich stellenden außergewöhnlichen Aufgaben werden gelöst, und zwar klar, zügig und kompetent im Interesse des Landes und unserer Bürger", gab er den Produzenten und Ministerien eine klare Marschrichtung vor. Wie die Produktion gesteigert werden soll, sagte er allerdings nicht. Denn mittlerweile sind zahlreiche Raffinerien beschädigt und mussten teils ihre Arbeit einstellen. Die Reparaturarbeiten könnten in einigen Fällen Monate in Anspruch nehmen.

Die ständigen ukrainischen Angriffe gegen Ölanlagen haben im Alltag der Russen bereits tiefere Spuren hinterlassen: Die Treibstoffkrise, die auf der 2014 von Russland annektierten Krim ihren Anfang nahm, hat inzwischen fast sämtliche Regionen des Landes erfasst. Lange Schlangen bilden sich an den Tankstellen, die noch Benzin verkaufen. Auf der Krim geben die Tankstellen derweil Treibstoff gar nicht mehr an Privatpersonen ab.

Quelle: ntv.de, als/rts

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