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Gedenken für Zweiten Weltkrieg Putin soll nicht nach Polen kommen

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Putin.

(Foto: REUTERS)

Polen begeht in diesem Jahr Gedenkfeiern zum Beginn des Zweiten Weltkriegs, der mit dem Angriff Hitler-Deutschlands auf das Land seinen Anfang nahm. Doch Russlands Präsident Putin bekommt keine Einladung - und das sorgt nun für Empörung.

Moskau hat sich verärgert darüber gezeigt, dass Polen den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu den diesjährigen Gedenkfeiern zum Beginn des Zweiten Weltkriegs nicht eingeladen hat. In einer Erklärung des russischen Außenministeriums hieß es, die Regierung habe mit "Fassungslosigkeit" zur Kenntnis genommen, dass Warschau nur an seine engen Verbündeten aus der Europäischen Union und der Nato-Militärallianz gedacht habe.

Dabei werde unterschlagen, dass die Sowjetunion "fraglos einen entscheidenden Beitrag zur Niederlage des Hitler-Reichs und zur Befreiung Polens von den Nazi-Aggressoren geleistet" habe. Der Pressedienst des polnischen Präsidenten Andrzej Duda erklärte, der Schlüssel zu den Einladungen sei "nicht historischer", sondern "zeitgenössischer" Natur. An die "dramatischen Ereignisse" werde Polen zusammen mit den Staaten erinnern, mit denen es heute für den Frieden eng zusammenarbeite - in einer Welt, die auf der "Beachtung des Völkerrechts" beruhe.

Hitler und Stalin teilten Polen heimlich auf

Die Wehrmacht hatte Polen am 1. September 1939 überfallen. Kurz zuvor, im August 1939, hatten die Sowjetunion und Deutschland einen Nichtangriffspakt geschlossen, benannt nach den beiden Außenministern Wjatscheslaw Molotow und Joachim von Ribbentrop (auch bekannt als Hitler-Stalin-Pakt). In einem geheimen Zusatzprotokoll einigten sich beide auf eine Aufteilung Ostmitteleuropas, wobei Ostpolen der sowjetischen Interessensphäre zugesprochen wurde.

Die Sowjetunion griff Polen am 17. September 1939 an und besetzte einen Teil seines Territoriums, bevor die Wehrmacht mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 den Nichtangriffspakt brach. Moskau verweist darauf, dass die Sowjetunion die Hauptlast des Krieges gegen Hitler-Deutschland trug und der Westen dies gerne vergesse. Geschätzte 27 Millionen Sowjetsoldaten und Zivilisten wurden im Zweiten Weltkrieg getötet.

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Quelle: n-tv.de, vpe/dpa