Politik

Gewaltsame Unruhen in Kasachstan Putin will "Farben-Revolution" verhindern

Eine Destabilisierung der politischen Systeme in Russlands Nachbarschaft will Wladimir Putin um jeden Preis verhindern: Der Kreml-Chef bespricht die Lage in Kasachstan mit verbündeten Staaten. Er sichert militärische Unterstützung zu, so lange es nötig ist.

Russland hat angekündigt, Entwicklungen in Kasachstan auch weiterhin nicht freien Lauf zu lassen. Die jüngsten Unruhen in dem Nachbarland seien nicht der erste und wohl auch nicht der letzte Versuch von Außen gewesen, in die Region einzugreifen, sagte Präsident Wladimir Putin. Das von Russland angeführte Militär-Bündnis OVKS werde aber nicht zulassen, dass es dort zu einer Destabilisierung oder einer "Farben-Revolution" komme.

Die russischen Soldaten, die nach den Unruhen zur Unterstützung der kasachischen Regierung in das zentralasiatische Land entsandt worden seien, würden aber nicht dauerhaft dort bleiben. Sie würden abgezogen, sobald ihre Aufgabe erfüllt sei, sagte Putin bei einer Video-Schalte des OVKS. Der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit gehören neben Russland und Kasachstan auch Armenien, Belarus, Kirgistan und Tadschikistan an.

Mit dem Begriff "Farben-Revolution" nahm Putin offenbar Bezug auf verschiedene Aufstände in ehemaligen Sowjet-Staaten in den vergangenen Jahrzehnten. Die Proteste in der Ukraine gegen eine pro-russische Staatsführung 2013/2014 etwa wurden als "Orangene Revolution" bezeichnet.

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Die russischen Soldaten seien in Kasachstan zum Einsatz gekommen, um zu verhindern, dass bewaffnete Gruppen dort die Macht der Regierung aushöhlen, sagte Putin. Die Unruhen seien von destruktiven internen und externen Kräften ausgegangen. Das Land sei das Ziel von "internationalem Terrorismus" geworden. Dabei hätten jene, die zu Waffen gegriffen hätten, andere Ziele gehabt als die Menschen, die zunächst gegen gestiegene Treibstoffpreise protestiert hätten.

Kasachstans autoritär regierender Präsident Kassym-Schomart Tokajew sagte, man habe einen versuchten Staatsstreich abgewehrt, der von einem "einzelnen Zentrum" ausgegangen sei. Nun sei die Ordnung aber wiederhergestellt. Die Suche nach "Terroristen" gehe gleichwohl weiter. Unter den Angreifern seien auch im Ausland ausgebildete islamische Extremisten gewesen. Bei den tagelangen Unruhen waren nach Angaben von Regierung und Polizei 164 Menschen getötet und fast 8000 festgenommen worden, darunter zahlreiche ausländische Staatsbürger.

Quelle: ntv.de, fzö/rts/AFP

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