Politik

Erstmals seit Dezember reduziert RKI senkt Risikobewertung auf "hoch"

Das Robert-Koch-Institut wird nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn noch heute die Gefahrenlage für Deutschland von "sehr hoch" auf "hoch" herunterstufen. RKI-Chef Wieler und Minister Spahn zeigen sich über die positive Entwicklung erfreut, mahnen aber zur Vorsicht.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) senkt die Corona-Risikoeinstufung für Deutschland ab sofort um eine Stufe von "sehr hoch" auf "hoch". Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unter Verweis auf das nachlassende Infektionsgeschehen an. Damit sinkt die Risikobewertung erstmals seit 11. Dezember wieder. Die Lage werde besser, so Spahn und ergänzte "es kann ein richtig guter Sommer werden". Zugleich warnte er vor einer vorschnellen kompletten Entwarnung.

"Wir sind noch mitten in der Pandemie", betonte der Minister. Angesichts sinkender Infektionszahlen und sich entspannender Lage in den Krankenhäusern werde derzeit zwar vieles wieder möglich und geöffnet. Zugleich zeige allerdings auch ein Blick etwa nach Großbritannien, wie sich das Infektionsgeschehen dort trotz einer fortschreitenden Impfkampagne bei Mutationen wieder verschärfe.

50 Millionen Impfdosen von Biontech bis Ende August

Spahn bekräftigte zugleich das Ziel der Bundesregierung, einem "Großteil" der impfwilligen Bevölkerung im Laufe der kommenden Wochen ein erstes Impfangebot zu machen. Etwa die Hälfte der Erwachsenen hätten dieses bereits bekommen, sagte er. Von den über 60-Jährigen seien mittlerweile rund 80 Prozent mindestens einmal geimpft. Bis Ende August sollte auch allen 12- bis 15-Jährigen ein Impfangebot gemacht werden können, stellte Spahn in Aussicht. Da Biontech mitgeteilt hat, dass in den Monaten Juni, Juli und August rund 50 Millionen Impfdosen geliefert werden, sollte die Impfkampagne sich weiterhin positiv entwickeln.

RKI-Chef Lothar Wieler gab sich ebenfalls optimistisch und sieht die dritte Pandemiewelle weiterhin als gebrochen an. Er wies aber darauf hin, dass Maßnahmen im Alltag - etwa regelmäßige Tests, Hygiene und das Tragen von Masken - weiterhin notwendig seien, um die Pandemie in Schach zu halten. Nur Impfungen allein sind kein dauerhaftes Mittel. So sind aktuell erst rund 18 Prozent der Deutschen vollständig geimpft. Nach Einschätzung des RKI wären allerdings rund 80 Prozent der Gesamtbevölkerung nötig, um auf bestehende Maßnahmen verzichten zu können. Das sei noch ein weiter Weg. Zudem stürben noch immer rund 1000 Menschen pro Woche an dem Virus in Deutschland. Diese Zahl ist weiterhin sehr hoch, so Wieler.

Gleichzeitig machte er jedoch deutlich, dass die Sieben-Tage-Inzidenz nur noch in vier Landkreise über der neuralgischen Marke von 100 liegen. Die Inzidenzzahlen gingen in allen Bundesländern weiter kontinuierlich zurück, so der RKI-Chef.

Quelle: ntv.de, als/AFP/dpa

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