Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Ampel will entlasten, Bürger blicken nicht durch

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Kaum jemand überblickt die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung, an Scholz' Führungskraft in der Krise gibt es Zweifel.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit vielen Maßnahmen versucht die Ampelkoalition, Bürger bei den höheren Energiekosten zu entlasten. Doch wie was wann für wen kommt? Nur jeder Fünfte glaubt, einen Überblick zu haben.

Nur wenige Bundesbürger haben das Gefühl, einen genauen Überblick über die von der Bundesregierung beschlossenen und geplanten Maßnahmen zur Entlastung der Bürger zu haben. 20 Prozent der Befragten im RTL/ntv-Trendbarometer geben an, die Entlastungsmaßnahmen zu überblicken. Die große Mehrheit von 78 Prozent aber blickt nach eigener Einschätzung nicht mehr durch. Auch die große Mehrheit der Anhänger aller drei Regierungsparteien hat keinen Überblick darüber, was die Regierung zur Bewältigung der Energiekrise alles unternimmt. Ebenso zieht sich der große Anteil derjenigen ohne Überblick durch verschiedene Einkommensstufen.

Nur wenige fühlen sich entlastet

Analog zu dieser Einschätzung fühlen sich nur 7 Prozent der Befragten spürbar durch die bisherigen Maßnahmen der Regierung entlastet. Die übergroße Mehrheit fühlt sich kaum (29 Prozent) oder gar nicht (61 Prozent) entlastet. Der Grad der empfundenen Entlastung unterscheidet sich nicht zwischen denen, die ein niedriges oder ein höheres Einkommen beziehen. Nur in Nuancen unterscheiden sich auch die Einschätzungen der verschiedenen Wählergruppen.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat versprochen, dass alle Bürgerinnen und Bürger durch die geplanten Entlastungsmaßnahmen der Regierung gut durch den nächsten Winter kommen würden. Dass sich die Menschen auf diese Zusage des Kanzlers verlassen können, glaubt nur eine Minderheit von 29 Prozent. Die Mehrheit von 66 Prozent aber meint, dieses Versprechen von Scholz werde nicht einzuhalten sein. Unter den Ostdeutschen glauben das 75 Prozent. An der Verlässlichkeit von Scholz' Versprechen zweifelt auch eine klare Mehrheit der Anhänger aller drei Regierungsparteien.

Trotz solcher Zweifel glaubt eine knappe Hälfte (48 Prozent) der Bundesbürger, dass Scholz das Land gut und sicher durch die aktuelle Krise führen kann. Ein ebenso großer Anteil der Befragten bezweifelt, dass er dazu in der Lage ist. Mehrheitlich glauben nur die Anhänger der Regierungsparteien, dass Scholz das Land sicher durch die aktuelle Krise führen kann.

Die CDU/CSU-Opposition im Bundestag wird aber nicht als handlungsfähige Alternative gewertet: Fast drei Viertel aller Befragten (72 Prozent) glauben nicht, dass eine von der Union unter CDU-Chef Friedrich Merz geführte Bundesregierung die derzeitige Krise besser bewältigen könne als die jetzige Ampelregierung. Auch von den Anhängern der CDU/CSU glauben nur 43 Prozent, dass eine unionsgeführte Regierung das Land besser regieren würde.

Fast niemand erwartet Entlastung durch Lindners Reform

Scholz hat jüngst betont, dass die Ampel - wie bei ihrer Bildung nach der Bundestagswahl versprochen - eine "Fortschrittskoalition" sei, die die Modernisierung Deutschlands in den nächsten zehn Jahren vorantreiben werde. Nur eine Minderheit aller Befragten und auch der Anhänger von SPD, Grünen und FDP sieht das so. Die Mehrheit hingegen meint, die Charakterisierung der jetzigen Bundesregierung als "Fortschrittskoalition" treffe nicht zu.

Von der von Bundesfinanzminister Christian Lindner als Teil des geplanten Entlastungspakets angekündigten Steuerreform erwartet so gut wie niemand (1 Prozent), dass man deutlich weniger Steuern zahlen muss. 28 Prozent rechnen damit, dass sich ihre Steuerlast etwas reduzieren wird. Die Mehrheit von 64 Prozent aber geht davon aus, dass man auch nach der von Lindner vorgeschlagenen Steuerreform genauso viele Steuern bezahlen muss wie heute. Die Erwartungen unterscheiden sich wiederum nicht wesentlich zwischen den einzelnen Einkommens- und Wählergruppen.

Für die Daten zu Meinungen zum Agieren der Ampelkoalition in der Krise wurden von Forsa zwischen dem 12. und 15. August 2022 1004 Menschen befragt. Die Fehlertoleranz liegt bei 3 Prozentpunkten.

Weitere Informationen zu Forsa hier.

Forsa-Umfragen im Auftrag von RTL Deutschland.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 16. August 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, fni

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