Politik

Russische Propaganda in Kiew? Radikale feuern Granaten auf TV-Sender

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Verletzte gab es bei dem Anschlag nicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der ukrainische Fernsehsender 112 will einen umstrittenen Dokumentarfilm über die Proteste auf dem Maidan ausstrahlen. Auf die Ankündigung folgen Drohungen ukrainischer Nationalisten. Wenig später kommt es zum Anschlag per Granatwerfer.

In Kiew haben Unbekannte das Gebäude des Fernsehsenders 112 mit einem Granatwerfer beschossen. Die Fassade des Hauses sei beschädigt worden, teilte die Polizei mit. Sie sprach von einem Terrorakt. Verletzte gab es dem Sender zufolge nicht. Wer hinter der Tat steckt, ist unklar.

Hintergrund des Anschlags ist mutmaßlich die Ausstrahlung eines Films, der in der Ukraine von vielen als russische Propaganda wahrgenommenen wird. Der Sender hatte am Tag vor dem Vorfall an die Polizei appelliert, seine Journalisten vor der "Willkür von nationalen Radikalen" zu schützen. Diese hätten versucht, "die redaktionelle Politik des Senders mit Drohungen zu beeinflussen", hieß es.

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Ein Polizist sichert den Granatwerfer.

(Foto: Nationalpolizei der Ukraine)

Bei dem umstrittenen Film handelt es sich um ein Werk des US-amerikanischen Regisseurs Oliver Stone, das sich mit den proeuropäischen Protesten auf dem Maidan - dem Unabhängigkeitsplatz - in Kiew vor fünf Jahren beschäftigt. Dafür hatte Stone auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin interviewt. In der Ukraine wird der Film von vielen als russlandfreundlich eingestuft.

Prorussischer Politiker im Fokus

Eine Hauptfigur des Films ist der ukrainische, aber prorussische Politiker Viktor Medwedtschuk. Er war von 2002 bis 2005 unter Präsident Leonid Kutschma Chef der ukrainischen Präsidialverwaltung. Ihm wird unter anderem zugeschrieben, Besitzer des betroffenen Fernsehsenders zu sein. Seine Partei Oppositionsplattform kann bei den Parlamentswahlen in einer Woche damit rechnen, zweitstärkste Kraft zu werden. Die Partei wird offen vom Kreml unterstützt.

Zuletzt gab es in den seit Jahren angespannten Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine vorsichtigen Grund für Optimismus. Die Präsidenten beider Länder telefonierten am Donnerstag. Russland hatte 2014 die ukrainische Halbinsel Krim annektiert. Im Osten der Ukraine dauern die Kämpfe der aus Russland unterstützten Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen an.

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Quelle: n-tv.de, chr/dpa

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