Politik

Geberkonferenz sichert Hilfe zu Randale am Jahrestag der Beirut-Explosion

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Einige Demonstranten attackierten die Sicherheitskräfte mit Steinen.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Im vergangenen Sommer legt eine Explosion im Hafen von Beirut ganze Stadtteile in Schutt und Asche. Zum Jahrestag der Katastrophe kommt es in der Metropole zu gewalttätigen Protesten gegen die Regierung. Unterdessen darf das gebeutelte Land auf Hilfsgelder in Millionenhöhe hoffen.

Am Jahrestag der Explosionskatastrophe von Beirut sind in der libanesischen Hauptstadt Dutzende Menschen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei verletzt worden. Demonstranten versuchten nach Angaben der Polizei, das Parlament in Beirut zu stürmen.

Einige legten Feuer und warfen Steine auf Sicherheitskräfte, die mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Menge vorgingen. Die Demonstranten verlangten, dass die Verantwortlichen für die Katastrophe zur Rechenschaft gezogen werden.

Das libanesische Fernsehen zeigte einen Panzer, der in das Gebiet rollte. Die Polizei rief "friedliche" Demonstranten auf, die Gegend zu verlassen. Angesichts "wiederholter Attacken" würden die Einsatzkräfte mit "verhältnismäßigen Mitteln" gegen "unfriedliche Demonstranten" vorgehen, warnte die Polizei. Das Rote Kreuz erklärte, es habe acht Verletzte ins Krankenhaus gebracht und Dutzende weitere Verletzte vor Ort versorgt.

Wenige hundert Meter von den Krawallen entfernt versammelten sich am Hafen Tausende Menschen zu einer Gedenkfeier für die 214 Todesopfer der Explosion. Angehörige und Überlebende trugen Flaggen sowie Porträts der Toten. Am 4. August 2020 waren im Hafen von Beirut Hunderte Tonnen Ammoniumnitrat in einem Lagerhaus detoniert. Die Explosion machte ganze Stadtteile der libanesischen Hauptstadt dem Erdboden gleich.

Geberkonferenz sichert 370 Millionen Dollar zu

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Unterdessen haben die Teilnehmerstaaten der internationalen Geberkonferenz für den Libanon rund 370 Millionen Dollar, etwa 312 Millionen Euro, Hilfsgelder zugesagt. Das Geld solle der Bevölkerung zugutekommen, teilten die Organisatoren mit. Die Teilnehmer forderten erneut "die Bildung einer Regierung, die sich der Rettung des Landes widmet". Sie äußerten zudem Besorgnis über die Verzögerungen bei den Ermittlungen gegen die Verantwortlichen der Explosion vor einem Jahr.

Die Katastrophe verschlimmerte die Wirtschaftskrise in dem Land. Seit dem Rücktritt der Regierung infolge der Katastrophe ist der Libanon ohne handlungsfähige politische Führung. Die Geberkonferenz ist angesichts der humanitären Krise im Libanon bereits die dritte binnen drei Jahren auf Initiative der ehemaligen Mandatsmacht Frankreich.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

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