Politik

Nach Sturm auf das Kapitol Randalierer mit "Auschwitz"-Shirt gefasst

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Der Mann mit dem entsetzlichen Pullover wurde in Virginia gefasst.

(Foto: picture alliance/dpa/Western Tidewater Regional Jail via AP)

Bei der Erstürmung des Kapitols trägt einer der Randalierer ein Sweatshirt mit der Aufschrift "Camp Auschwitz". Die Bilder gehen um die Welt und rufen Entrüstung hervor. Nun schnappt die Polizei den Mann. Ein weiterer prominenter Kapitol-Randalier sitzt bereits seit Tagen hinter Gittern.

Nach der Erstürmung des Kapitols durch Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump ist Medienberichten zufolge ein Verdächtiger festgenommen worden, der ein Sweatshirt mit der Aufschrift "Camp Auschwitz" getragen hatte. Die Polizei habe den per Haftbefehl gesuchten Mann in Newport News im Bundesstaat Virginia gefasst, berichteten die "New York Times" sowie die Sender ABC und CBS unter Berufung auf Polizeikreise.

Der Mann war bei den Krawallen auf zahlreichen Fotos innerhalb und außerhalb des Kapitols zu sehen und hatte international Entrüstung hervorgerufen. Auf seinem schwarzen "Camp-Auschwitz"-Sweatshirt waren ein Totenschädel und die Worte "Work Brings Freedom" zu sehen - eine ungefähre Übersetzung von "Arbeit macht frei", der Aufschrift am Tor des früheren deutschen Konzentrationslagers Auschwitz.

Ein Bundesgericht in Washington hatte am Dienstag einen Haftbefehl gegen den Mann erlassen, den die "Washington Post" veröffentlichte. Demnach werden ihm illegales Eindringen in ein besonders gesichertes Gebäude sowie gewaltsames Eindringen und ungebührliches Verhalten auf dem Gelände des Kapitols zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag mitgeteilt, sie gehe davon aus, schon bald "Hunderte" mutmaßliche Täter anzuklagen.

Auch "QAnon-Schamane" festgenommen

Bereits am Samstag war der "QAnon-Schamane" Jacob Chansley festgenommen worden. Bilder des 33-Jährigen mit dem Kopfschmuck aus Fell und Hörnern, dem angemalten Gesicht, dem nackten Oberkörper und dem Speer mit US-Flagge in der Hand gingen um die Welt.

Wie die Staatsanwaltschaft in Washington mitteilte, rief Chansley am Donnerstag selber bei der Bundespolizei FBI an und bestätigte, dass er der Mann mit dem Hörner-Kopfschmuck gewesen sei. Chansley habe erklärt, dass er aus Arizona angereist sei, weil Trump alle "Patrioten" nach Washington gerufen habe.

Anhänger Trumps hatten am Mittwoch vergangener Woche das Kapitol in der US-Hauptstadt Washington gestürmt. Bei den Krawallen kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Kritiker werfen Trump vor, seine Unterstützer bei einer vorhergehenden Kundgebung aufgestachelt zu haben.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa