Politik

Neubauer im "ntv Frühstart" Rassismus in Gesellschaft "tief verankert"

Klima-Aktivistin Luisa Neubauer unterstützt die Proteste gegen Rassismus. Doch diese allein brächten wenig. Es brauche nun auch politische Konsequenzen. Mit Blick auf das Konjunkturpaket der Regierung sagt sie, es sei "keine totale Katastrophe".

Die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer fordert in der Debatte über Rassismus nicht nur Proteste, sondern auch Taten. "Wir wissen, wir haben da dezidiert Probleme, auch in Deutschland", sagte sie im "ntv Frühstart". Es sei genau richtig, "dass wir an der Stelle laut werden, ich finde es genau richtig, dass da sensibilisiert wird". Doch es müssen "auch politische Konsequenzen folgen. Denn warme Worte helfen nicht über Rassismus hinweg", sagte sie. "Gerade in dieser Gesellschaft, wo er so tief verankert ist."

Mit Blick auf das Konjunkturpaket der Bundesregierung zur Bewältigung der Corona-Krise kritisierte Neubauer die staatlichen Kaufanreize. "An der Stelle bin ich beeindruckt, wie undifferenziert wir damit umgehen, dass auf einmal wieder alles darauf ausgelegt wird, dass die Menschen bloß weiter einkaufen, um ein Wachstum zu generieren, das wir uns längst nicht mehr leisten können", sagte Neubauer. Der Staat gebe sich als "moralisierende Instanz", die Menschen zu mehr Konsum bewegen wolle. "Da frage ich mich, ob wir das nötig haben. Wir wissen: Wir können uns es planetar nicht leisten und wissen auch, dass die Hälfte der Menschen es genossen haben, dass sie weniger einkaufen können oder müssen wegen Corona."

Zugleich aber räumte sie ein, dass viele überrascht gewesen seien, dass "die Bundesregierung etwas vorgelegt hat, was nicht eine totale Katastrophe war". Das Problem an dem Paket sei jedoch, dass es keinen Mechanismus gäbe, "von dem man ableiten könnte, dass das in irgendeiner Weise zur Emissionsreduktion beiträgt", sagte sie. "Solange das nicht gewährleistet ist, können wir nicht von Klimaschutz sprechen."

Quelle: ntv.de, jwu/psa