Politik

Verdacht der Terrorfinanzierung Razzia gegen Islamisten-Szene in Berlin

Am frühen Morgen durchsuchen Beamte der Berliner Polizei mehrere Objekte in der Bundeshauptstadt. Die Aktion richtet sich gegen zwölf mutmaßliche Islamisten. Ihnen wird unter anderem Terrorismusfinanzierung vorgeworfen.

Die Polizei in Berlin ist am Morgen mit einer groß angelegten Razzia gegen Tatverdächtige aus der islamistischen Szene ausgerückt. Seit 6.00 Uhr wären laut Polizei 450 Beamte im Einsatz. Es würden 19 Objekte in den Bezirken Reinickendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg sowie Tempelhof-Schöneberg durchsucht. Es gehe vor allem um Wohnungen und Gewerberäume, Moscheen seien nicht darunter.

Die Ermittler vollstrecken im Auftrag der Staatsanwaltschaft 20 Durchsuchungsbeschlüsse gegen zwölf Tatverdächtige, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es gehe um den Verdacht der Terrorfinanzierung. Sprecher Martin Steltner sprach von einem "Strauß von Vorwürfen", unter anderem auch Bedrohung und Betrug. Die Durchsuchungen richteten sich gegen zwölf Verdächtige. Festgenommen wurde laut Polizei aber niemand.

Zuletzt war aufgefallen, dass sich einzelne Islamisten Corona-Soforthilfen erschlichen haben sollen. Die Staatsanwaltschaft hatte damals mitgeteilt, es werde auch geprüft, ob die Gelder möglicherweise für die Finanzierung terroristischer Aktionen verwendet werden sollten.

Auch ein Auto mit Hamburger Kennzeichen wurde durchsucht. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wertete die Durchsuchung als gutes Zeichen, die durch akribische Ermittlungen möglich geworden sei. Deutschland stehe weiter im Fadenkreuz des islamistischen Terrors. Es sei kein Geheimnis, dass "aus unserem Geldwäscheparadies" Gelder aus der organisierten Kriminalität in den Terrorismus fließen würden. "Umso wichtiger ist es, denen, die schwerste Straftaten vorhaben und unterstützen, möglichst früh auf die Füße zu treten", erklärte GdP-Landesvize Thomas Spaniel. Der Berliner Verfassungsschutz hat in seinem Bericht für das vergangene Jahr 2170 Menschen in Berlin als Islamisten eingestuft - 180 mehr als 2018.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa