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Türkisch-russische Vereinbarung Rebellen akzeptieren Pufferzone in Idlib

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Zerstörte Gebäude in Idlib.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit ihrem Plan für eine Pufferzone in der syrischen Region Idlib wollen die Türkei und Russland eine humanitäre Katastrophe verhindern. Die Rebellen von der Nationalen Befreiungsfront stimmen den Bedingungen zu - solange sie ihre Waffen behalten dürfen.

Das syrische Rebellenbündnis Nationale Befreiungsfront hat der Einigung auf eine militärische Pufferzone in der Region Idlib grundsätzlich zugestimmt. Die Aufständischen erklärten, sie würden mit ihrem Verbündeten Türkei uneingeschränkt zusammenarbeiten, um eine Großoffensive der syrischen Armee auf die letzte große Rebellenhochburg in dem Bürgerkriegsland mit katastrophalen Folgen für die Zivilbevölkerung zu verhindern.

Ihre Waffen wird die Nationale Befreiungsfront aber nicht abgeben. "Wir bleiben vorsichtig", erklärten die Rebellen. "Unser Finger wird am Abzug bleiben." Sie würden genau darauf achten, ob es zu einem Verrat an der Vereinbarung durch die syrische Führung oder ihre Verbündeten Russland und Iran komme.

Die Türkei, die einige als moderat geltende Rebellengruppen in Syrien unterstützt und Russland, das dort an der Seite der Regierungstruppen kämpft, haben eine Vereinbarung für eine 15 bis 20 Kilometer breite Pufferzone erzielt, die ab Mitte Oktober gelten soll. Damit wollen sie eine Großoffensive der syrischen Armee mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung in dem Gebiet an der Grenze zur Türkei verhindern. Die Türkei befürchtet zudem eine neue Fluchtwelle.

Noch keine Zustimmung islamistischer Milizionäre

Die Vereinbarung sieht vor, dass unter der Aufsicht der beiden Länder schwere Waffen wie Panzer und Raketenwerfer aus der Zone abgezogen werden. Auch "alle radikalen Kämpfer" wie die Dschihadistengruppe Hai´at Tahrir asch-Scham (HTS) sollen die Zone verlassen. Wer als radikal gilt und wie die Zukunft der Opposition aussieht, bleibt unklar. Die Nationale Befreiungsfront wird von der Türkei als moderat eingestuft.

Laut den Vereinten Nationen wird Idlib von rund 10.000 Milizionären gehalten. Die meisten von ihnen haben sich islamistischen Gruppen angeschlossen. Die Islamisten haben ihre Position zu dem türkisch-russischen Abkommen noch nicht erklärt.

Nach UN-Angaben leben in Idlib drei Millionen Menschen, darunter eineinhalb Millionen Binnenflüchtlinge, die vor den Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in den Nordwesten ausgewichen sind. Die UN haben wiederholt vor einer humanitären Katastrophe gewarnt, sollte es zum Sturm auf die Provinz kommen.

Quelle: n-tv.de, lou/rts

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