Politik

Neuer Posten für Sven Lehmann Regierung beruft ersten Queer-Beauftragten

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Sven Lehmann will mit einer breit angelegten Strategie gegen Queerfeindlichkeit vorgehen.

(Foto: picture alliance/dpa/Revierfoto)

Drei Jahre lang war Sven Lehmann bereits Sprecher für Queerpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion. Jetzt wird er der erste Queer-Beauftragte der Regierung. In seinem neuen Amt will er den Schutz von Menschen aus der LGBTQIA+-Community unter anderem im Grundgesetz sichern.

Die Bundesregierung hat erstmals einen Queer-Beauftragten berufen. Der Grünen-Politiker Sven Lehmann soll sich in dieser Funktion für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt einsetzen, wie das Bundesfamilienministerium mitteilte. Lehmann kündigte an, einen "nationalen Aktionsplan" für diesen Bereich auf den Weg zu bringen: "Deutschland soll zum Vorreiter beim Kampf gegen Diskriminierung werden."

Der aus dem Englischen stammende Begriff "Queer" bezeichnet all jene sexuellen oder geschlechtlichen Identitäten, die von der heterosexuellen Mehrheit abweichen. Darunter fallen Menschen aus der LGBTQIA+-Community, also unter anderem homo-, bi- und intersexuelle sowie transgender Menschen. Der Begriff hat damit ein deutlich weiteres Bedeutungsfeld als ältere Begriffe wie etwa "schwul" oder "lesbisch".

Queere Menschen im Grundgesetz schützen

"Jeder Mensch soll frei, sicher und gleichberechtigt leben können", sagte Lehmann. Das neu geschaffene Amt des Queer-Beauftragten zeige, "wie wichtig der Bundesregierung die Akzeptanz von Vielfalt ist". Der Grünen-Politiker verkündete weiterhin: "Die neue Bundesregierung wird ausgehend vom Leitgedanken der Selbstbestimmung eine progressive Queerpolitik betreiben und auch die Familienpolitik an der gesellschaftlichen Realität unterschiedlicher Familienformen ausrichten."

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Für den Kampf gegen Diskriminierung soll es auch eine rechtliche Grundlage geben. "Der Schutz von Menschen aufgrund ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität muss im Grundgesetz sichergestellt und die Grundrechte von trans-, inter- und nicht binären Menschen müssen endlich vollständig durchgesetzt werden", sagte Lehmann. "Wir brauchen zudem eine breit angelegte Strategie zur Bekämpfung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit - darunter explizit der Queerfeindlichkeit."

Lehmann ist seit 1999 Mitglied der Grünen und seit 2017 Abgeordneter der Grünen im Bundestag. Seit dem Regierungswechsel ist er zudem Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Von 2018 bis 2021 war er Sprecher für Queerpolitik und Sozialpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion.

Quelle: ntv.de, mbu/AFP/dpa

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