Politik

Rekrutierungen für den Krieg Kreml soll Freiwilligen Tausende Dollar zahlen

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Dies von der russischen Armee veröffentlichte Foto soll einen Soldaten einer Spezialeinheit in der Ukraine zeigen.

(Foto: AP)

Die russische Armee setzt im Kampf gegen die Ukraine auch auf Freiwilligenbataillone. Für die Rekrutierungen lockt sie offenbar vor allem mit einem altbewährten Mittel: Geld.

Der Kreml setzt seine Maßnahmen zur Rekrutierung von Freiwilligenbataillonen fort. Dies berichtet das Institute for the Study of War, das sich auf regionale Medien stützt. Demnach würden im Gebiet Jaroslawl Freiwillige im Alter von 20 bis 50 Jahren mit militärischer Erfahrung für das Freiwilligenbataillon "Marschall Fjodor Tolbuchin" rekrutiert. Dutzende Einwohner der Region sollen sich dem Bataillon bereits angeschlossen haben.

Bei den Rekrutierungen spielen wohl auch finanzielle Anreize eine große Rolle. Dem Bericht zufolge erhalten Rekruten aus dem Gebiet Jaroslawl eine Einmalzahlung von umgerechnet 2000 US-Dollar sowie eine monatliche Zulage von 600 US-Dollar. Diese erhöhe sich auf 2.500 US-Dollar, sobald sie in die Kampfgebiete einrückten.

Hohe Gehälter und die russische Staatsbürgerschaft sollen auch Einwanderer aus Zentralasien dazu bewegen, sich als Freiwillige zu melden, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf ukrainische Geheimdienstinformationen weiter. Die russischen Streitkräfte versuchten diese für das Freiwilligenregiment "Sobojanskiy Polk" zu rekrutieren - anstatt auf Einwohner des Gebiets Moskau zurückzugreifen.

Auch in Kirgisien wirbt die russische Armee um Freiwillige - offenbar mit mehr oder weniger lauteren Methoden. Laut dem kirgisischen YouTube-Kanal MediaHub sollen die russischen Streitkräfte dabei kirgisische Männer anwerben, indem sie ihnen fälschlicherweise zunächst Jobs im Sicherheitsbereich anböten.

Ausbildung offenbar verkürzt

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Da es an militärischen Ausbildern mangelt, bilden die russischen Streitkräfte die Freiwilligenbataillone aus verschiedenen Regionen des Landes offenbar auch nur verkürzt aus. Der tschetschenische Staatschef Ramsan Kadyrow berichtet, dass Rekruten aus verschiedenen russischen Regionen in der SPETSNAZ-Universität in Tschetschenien eine "beschleunigte Taktik- und Kampfausbildung" durchlaufen.

Mitte Juli hatte bereits das britische Verteidigungsministerium berichtet, dass einige neue Rekruten schlechter ausgebildet würden. Auch gebe es niedrigere Standards bei der Rekrutierung neuer Kämpfer der Söldnergruppe Wagner, unter denen verurteilte Kriminelle und zuvor abgelehnte Bewerber seien. Die gesenkten Rekrutierungsstandards würden zudem die Schlagkraft der Wagner-Truppe und damit ihren Wert als Unterstützung für das russische Militär vermutlich verringern.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 27. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, ghö

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