Politik

Wut über "katastrophale" Zahlen "Asiaten Russlands" beklagen hohe Totenstatistik

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Eine Beerdigung von vielen: In Wolgograd wird die russische Soldatin Anastasia Sawitskaja, die bei Kämpfen in der Ukraine getötet wurde, beigesetzt.

(Foto: REUTERS)

Wächst der Unmut bei den nationalen Minderheiten in Russland? Die Organisation der "Asiaten Russlands" fordert ein Ende des Krieges und kritisiert die "katastrophale Statistik" toter Soldaten. Offenbar werden Angehörige nationaler Minderheiten auch bei Entschädigungen deutlich benachteiligt.

Die Unzufriedenheit ethnischer Minderheiten in Russland angesichts des Krieges in der Ukraine nimmt laut dem "Institute for the Study of War" (ISW) offenbar zu. Der US-Thinktank stützt sich dabei auf Äußerungen von Wassili Matenow, dem Gründer der Organisation "Asiaten Russlands".

Dieser hat die Vereinigung nach eigenen Angaben gegründet, um sich für "gefährdete und zahlenmäßig kleine Völker, die vom russischen Staat diskriminiert werden", einzusetzen. "Im Moment geht es in erster Linie darum, den Krieg, in den ausnahmslos alle Völker hineingezogen wurden, zu beenden! Die Statistik der zivilen Todesopfer in der Ukraine ist erschreckend, ebenso wie die katastrophale Statistik der toten Soldaten, die nationalen Minderheiten entstammen!" Offiziell darf in Russland der Krieg in der Ukraine nur als "militärische Spezialoperation" bezeichnet werden.

Die "Asiaten Russlands" fordern außerdem, "dass unser Volk nicht nur über die Propaganda des Kreml, sondern auch über andere Quellen informiert wird! Damit die Menschen nach Demokratie und nicht nach Diktatur streben." Überdies seien Anwälte nötig, schließlich gebe es angesichts der Vermissten und derjenigen, die nicht kämpfen wollten, "eine Menge Arbeit".

Laut dem ISW, das sich auf ukrainische Quellen stützt, sollen die russischen Behörden zudem im Todesfall die Familien von Soldaten, die ethnischen Minderheiten entstammen, diskriminieren. So zahle Russland den Familien verstorbener Soldaten aus Moskau dreimal so viel wie den Familien von Soldaten aus der Region Burjatien, die von Minderheiten dominiert ist.

ISW rechnet mit weiteren Protesten

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Der US-Thinktank hatte zuvor schon über Protestgruppen ethnischer Minderheiten berichtet. Laut Einschätzung des ISW werden diese wahrscheinlich auch weiterhin dagegen protestieren, dass der Kreml seine Kampfkraft vor allem aus Randgruppen der russischen Gesellschaft bezieht.

Bereits im April hatte die BBC darüber berichtet, dass zahlreiche Soldaten, die in der Ukraine kämpfen, aus dem Osten Russlands stammen. Der britische Sender hatte dafür öffentlich zugängliche Daten von mehr als 1000 Soldaten ausgewertet, die in dem Krieg auf russischer Seite gefallen waren. Danach kamen viele aus Burjatien im tiefen Osten Russlands - mehr als 6000 Kilometer von Kiew entfernt.

Quelle: ntv.de, ghö

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