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Anhebung zum Juli 2019 Renten steigen offenbar erneut deutlich

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Mehr als 21 Millionen Menschen beziehen Deutschland Altersrente.

(Foto: picture alliance/dpa)

Noch stehen die Zahlen nicht offiziell fest, doch einem Medienbericht zufolge werden die Altersbezüge der Rentner im kommenden Jahr erneut deutlich steigen. Dabei fällt das Plus im Osten etwas kräftiger aus als im Westen.

Die gesetzlichen Renten in Deutschland werden im kommenden Jahr nach einem Medienbericht voraussichtlich erneut um mehr als drei Prozent steigen. Zum 1. Juli 2019 wird ein Rentenplus von 3,18 Prozent in Westdeutschland erwartet, wie Medienberichten zufolge aus dem "Rentenversicherungsberichts 2018" hervorgeht. In Ostdeutschland sollen die Renten demnach um 3,91 Prozent steigen.

Eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf Westbeiträgen beruht, würde sich demnach also um 31,80 Euro erhöhen, eine gleich hohe Rente mit Ostbeiträgen um 39,10 Euro. Das sind allerdings nur vorläufige Annahmen auf Grundlage der Berechnungen des Rentenschätzerkreises im Oktober. "Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir noch mehrere Unbekannte", erklärte die Rentenversicherung Bund. "So wissen wir noch nicht, wie sich die Löhne in diesem Jahr entwickeln werden. Dies ist maßgebend für die Rentenanpassung im nächsten Jahr."

Konjunktur füllt Rentenkassen

In dem Entwurf wird zudem deutlich, dass die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt mit einer Rekordzahl von Beschäftigten soviel Geld wie nie in die Rentenversicherung spült. Trotz der Beitragssenkung am Jahresanfang um 0,1 Punkte auf 18,6 Prozent stiegen die Beitragseinnahmen der allgemeinen Rentenversicherung bis September um rund 4,4 Prozent. Bis zum Jahresende wird die Rentenkasse voraussichtlich eine Rücklage von etwa 38 Milliarden Euro angesammelt haben. Das ist das 1,77-Fache einer Monatsausgabe. In die Rentenkasse fließen kommendes Jahr voraussichtlich rund 245 Milliarden Euro an Beiträgen und 72 Milliarden an Steuergeld (2018: 236 Milliarden und 70 Milliarden). Über den Entwurf des Berichts, der in der Bundesregierung abgestimmt wird, hatte zuerst das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet.

"Für die Rentenerhöhung im kommenden Jahr zeichnet sich derzeit eine erfreuliche Entwicklung ab", sagte ein Sprecher von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. "Aber endgültig steht die genaue Höhe erst im März 2019 fest, weil dann erst alle erforderlichen Zahlen vorliegen." Es sei aber "jetzt schon absehbar, dass es gut und richtig ist, die doppelte Sicherungslinie einzuführen".

Großes Rentenpaket im Bundestag

Die Koalition will auf Betreiben der SPD den Beitragssatz bis 2025 bei 20 Prozent deckeln und das Rentenniveau bei 48 Prozent eines Durchschnittslohns halten. Dafür soll der Bundeszuschuss 2025 um 1,9 Milliarden Euro steigen, weil sonst nach derzeitigen Berechnungen der Beitrag auf 20,3 Prozent des Bruttolohns klettern würde.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund will am Mittwoch über die Finanzentwicklung bei der gesetzlichen Rente im kommenden Jahr berichten. Einen Tag später will die Koalition im Bundestag zudem ihr Rentenpaket beschließen, das Verbesserungen für die Rentner in den kommenden Jahren vorsieht. Am 1. Juli diesen Jahres waren die Renten im Westen um 3,22 Prozent und im Osten um 3,37 Prozent gestiegen. Mitte des Jahres gab es in Deutschland nach Angaben der Rentenversicherung 21 Millionen Rentner und Rentnerinnen.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/rts

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