"Nicht ein Liter Öl"Revolutionsgarde will Exporte durch Meerenge bis Kriegsende verhindern

Die globalen Ölpreise werden durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran erheblich belastet. Den Ausfuhrweg über die Straße von Hormus will die Revolutionsgarde gegen die "feindliche Seite" bis Kriegsende verteidigen.
Der Iran wird nach Angaben der Revolutionsgarden bis zum Ende des Krieges keine Ölexporte aus der Region an Verbündete der USA und Israels erlauben. "Die iranischen Streitkräfte werden bis auf Weiteres nicht zulassen, dass auch nur ein Liter Öl aus der Region an die feindliche Seite und ihre Partner exportiert wird", sagte Revolutionsgarden-Sprecher Ali Mohammad Naini laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.
"Ihre Bemühungen, die Preise für Öl und Gas zu senken und zu kontrollieren, werden nur vorübergehend und erfolglos sein", sagte Naini. Der Handel hänge unter Kriegsbedingungen "von der Sicherheit ab".
Auf Trumps Aussagen, dass der Krieg bald enden werde, reagierten die Revolutionsgarden scharf. "Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden", hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung. "Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Krieges liegen in den Händen der Islamischen Republik."
Die USA und Israel hatten Ende Februar Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.
Durch den Krieg ist der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus stark beeinträchtigt worden. Durch die Meeresenge werden normalerweise fast 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert. Seit Kriegsbeginn haben die iranischen Streitkräfte dort mehrfach Öltanker angegriffen.
Der Ölpreis war zwischenzeitig auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen - es war der höchste Stand seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022. Nachdem US-Präsident Donald Trump am Montag ein baldiges Ende des Militäreinsatzes gegen den Iran verkündet hatte, fiel der Ölpreis wieder.
Iran will Sicherheitsgarantien
Am Montagabend hatten die Revolutionsgarden Staaten aufgefordert, Botschafter aus Israel und den USA auszuweisen, um die Durchfahrt ihrer Schiffe durch die Straße von Hormus wieder zu ermöglichen. "Jedes arabische oder europäische Land, das die israelischen und US-Botschafter aus seinem Gebiet ausweist, wird ab morgen die vollständige Freiheit und Befugnis haben, die Straße von Hormus zu passieren", erklärten die Revolutionsgarden laut iranischem Staatsfernsehen.
Für einen möglichen Waffenstillstand fordert Teheran Sicherheitsgarantien. "Wenn ein Waffenstillstand zustande kommen oder der Krieg beendet werden soll, muss es eine Garantie geben, dass aggressive Handlungen gegen Iran nicht erneut wiederholt werden", zitierte die Zeitung "Shargh" Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi.
Andernfalls sei ein Waffenstillstand bedeutungslos. "Die Islamische Republik Iran war nicht der Initiator des Krieges und der Aggression", sagte Gharibabadi dem Bericht zufolge. Irans Raketenangriffe erfolgten daher gemäß Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen nur als "legitime Selbstverteidigung", betonte der Minister.