Politik

Fall Nawalny und "Regime Putin" Röttgen will Nord Stream 2 stoppen

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Röttgen fordert klare und harte Antwort der EU im Fall Nawalny.

(Foto: picture alliance/dpa)

Klare Worte findet der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Röttgen, im Fall Nawalny. Er spricht von einer "menschenverachtenden Realität", von "Träumerei" und einem "Regime Putin". Röttgen bringt als deutsches Druckmittel die Gaspipeline Nord Stream 2 ins Spiel.

Nach dem Nachweis eines Giftanschlags auf den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny durch ein Bundeswehrlabor macht der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Norbert Röttgen, den Kreml für den Angriff verantwortlich. "Jetzt sind wir erneut brutal mit der menschenverachtenden Realität des Regimes Putin konfrontiert worden", sagte der CDU-Politiker in der ARD. "Wir sollten jetzt europäisch antworten und als Europäer für ein Minimum an Zivilität und Menschenrespekt eintreten".

Er habe die strategische Partnerschaft mit Russland "schon lange für Träumerei gehalten". Wenn es jetzt zur Vollendung der Gaspipeline Nord Stream 2 käme, "dann wäre das die maximale Bestätigung für Wladimir Putin, mit genau dieser Politik fortzusetzen, denn er wird ja dafür sogar noch belohnt", sagte der CDU-Politiker.

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte mitgeteilt, Nawalny sei "zweifelsfrei" mit einem chemischen Nervenkampfstoff vergiftet worden. Die Substanz der sogenannten Nowitschok-Gruppe wurde demnach durch ein Speziallabor der Bundeswehr nachgewiesen. Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte den "versuchten Giftmord" an dem russischen Oppositionellen "auf das Allerschärfste".

Nawalny war am 22. August mit Vergiftungserscheinungen aus Russland zur ärztlichen Behandlung nach Berlin geflogen worden. Er wird seither von Ärzten der Berliner Universitätsklinik Charité behandelt.

Quelle: ntv.de, bad/AFP/dpa