Politik

Sexuelle Gewalt in Myanmar Rohingya-Flüchtlinge können nicht zurück

d424d751758ed8cd49ead3e0cb4ac4d2.jpg

Soldaten Myanmars vergewaltigen nicht nur Frauen der Rohingya. Auch Kinder und Männer erleben sexuelle Gewalt.

(Foto: dpa)

In ihrem Heimatland Myanmar leben die Rohingyar seit Jahrzehnten ohne Rechte und in extremer Armut. 2017 eskaliert die Gewalt gegen die muslimische Minderheit, Hunderttausende fliehen ins benachbarte Bangladesch. Ein UN-Bericht zeichnet ein verheerendes Bild von der Lage in ihrem Heimatland.

Die geplante Rückführung von rund 3500 Flüchtlingen der muslimischen Minderheit Rohingya von Bangladesch nach Myanmar ist vorerst gescheitert. "Die Menschen werden nicht in ihre Dörfer zurückkehren", da ihnen sexuelle Gewalt durch Myanmars Militär drohe, sagte die UN-Ermittlerin Radhika Coomaraswamy in New York. Aus einem UN-Bericht geht hervor, dass Myanmars Soldaten "routinemäßig und systematisch" Frauen, Mädchen, Jungen, Männer und Transgender vergewaltigt und sexuell missbraucht haben.

Bei den Taten handele es sich zum Teil um Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord, teilten die UN-Ermittler mit. Das Militär müsse aufhören, sexuelle Gewalt einzusetzen, um "Minderheiten zu terrorisieren und zu bestrafen", forderten sie. Die UN-Ermittler befragten demnach hunderte Überlebende und Zeugen von sexuellem Missbrauch in den nördlichen Bundesstaaten Kachin und Shan sowie im westlichen Staat Rakhine.

Niemand will zurück

Die Behörden in Bangladesch und Myanmar hatten geplant, rund 3500 Rohingya in ihre Heimat zurückzuschicken und stellten dafür am Donnerstag fünf Busse und zehn Lastwagen bereit. Doch niemand nahm das Angebot an. Die Menschen weigerten sich, Bangladesch ohne Sicherheitsgarantien zu verlassen, erklärte ein Sprecher der Rohingya. Zudem verlangten sie die Zusage, dass Myanmar ihnen die Staatsbürgerschaft gewährt.

Die muslimische Minderheit der Rohingya wird im ehemaligen Birma seit Jahrzehnten unterdrückt und verfolgt. Die Lage eskalierte im August 2017, nachdem Rohingya-Rebellen bei Angriffen mehrere Grenzwächter töteten. Das Militär in dem mehrheitlich buddhistischen Land reagierte mit brutaler Gegengewalt.

Mehr als 740.000 Rohingya flohen ins Nachbarland Bangladesch, wo schon zuvor 200.000 Rohingya lebten. Trotz eines Vertrags zur Wiedereinbürgerung zwischen den beiden Ländern sind sie bislang nicht nach Myanmar zurückgekehrt.

Die Rohingya gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt. Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Myanmar betrachten sie als illegale Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele der Rohingya schon seit Generationen in Myanmar leben.

Quelle: n-tv.de, ino/AFP

Mehr zum Thema