Politik

"Unsere Freunde in Deutschland"USA danken Merz für deutsche Ebola-Hilfe - Auch Familie des US-Patienten in Berlin

20.05.2026, 18:21 Uhr
00:00 / 03:44
Berlin-Deutschland-13-04
Das Lob von US-Außenminister Marco Rubio dürfte Kanzler Friedrich Merz freuen. (Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

Mit seinen Äußerungen über die USA macht sich Friedrich Merz wiederholt unbeliebt in Washington. Jetzt lassen lobende Worte von Außenminister Rubio aufhorchen. Mit Blick auf die jüngste Bitte um Hilfe dürfte die Dankbarkeit der Vereinigten Staaten noch weiter wachsen.

Die US-Regierung hat Bundeskanzler Friedrich Merz für die Behandlung eines US-Ebola-Patienten in Deutschland gedankt. US-Außenminister Marco Rubio schrieb auf der Plattform X: "Danke an Bundeskanzler Merz und unsere Freunde in Deutschland für ihre schnelle Hilfe bei der Versorgung der von der Ebola-Epidemie betroffenen Amerikaner. Wir sind dankbar für Ihre Zusammenarbeit."

Ein im Kongo mit dem Virus infizierter US-Amerikaner wird seit Mittwoch in einer Spezialstation in der Berliner Charité versorgt. Der Mann, der selbst Arzt ist, war nach einem Hilfeersuchen der USA an die Bundesregierung zur Behandlung nach Deutschland ausgeflogen worden.

Engste Angehörige sollen folgen

Auch seine Familie soll nun nachkommen, hieß es aus dem Bundesgesundheitsministerium. Seine Ehefrau und drei Kinder sollen ebenfalls in die Sonderisolierstation des Universitätsklinikums gebracht werden. Hintergrund sei ein entsprechendes Hilfeersuchen der US-Behörden.

Die Familienangehörigen hatten sich den Angaben zufolge ebenfalls im Kongo aufgehalten und gelten als Kontaktpersonen des Infizierten. Sie seien zuletzt symptomfrei gewesen und negativ getestet worden, hieß es. Geplant war nach Ministeriumsangaben, dass sie auf gleichem Wege transportiert werden - zunächst mit einem Spezialflugzeug nach Deutschland und dann in Berlin mit einem besonders ausgestatteten Infektions-Rettungswagen zum Klinikbereich.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte vor Tagen mitgeteilt, dass wegen der kürzeren Flugzeiten und der Erfahrungen bei der Versorgung von Ebola-Patienten der Patient nach Deutschland verlegt werden sollte - ebenso wie sechs Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko. Von deutscher Seite war eine Bestätigung für die Aufnahme der sechs Personen zunächst ausgeblieben.

Kein selbstverständliches Lob

Rubios lobende Worte für Merz und Deutschland lassen aufhorchen. Zuletzt hatte es starke diplomatische Misstöne zwischen Washington und Berlin gegeben. Etwa hatte Merz beim Katholikentag in der vergangenen Woche gesagt, er würde seinen Kindern nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten. Grund sei das "gesellschaftliche Klima", das sich in den Vereinigten Staaten "plötzlich" entwickelt habe.

Trump reagierte erbost auf die Äußerungen des Kanzlers und warf diesem vor, er wisse nicht, wovon er rede. Der US-Präsident machte wiederholt klar, dass er sich von Deutschland und anderen Nato-Verbündeten nicht ausreichend unterstützt fühlte.

Auch Äußerungen von Merz zum Iran-Krieg hatten für Verstimmung in Washington gesorgt. Der Kanzler hatte Trump Ende April vorgeworfen, "offensichtlich keine Strategie" im Iran-Krieg zu haben und mit Blick auf die US-Verhandlungen mit Teheran gesagt, da werde "eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung".

Erst am vergangenen Freitag hatten Berlin und Washington dann eine längere Funkstille beendet: Merz telefonierte mit Trump während dessen Rückreise aus China und sprach im Online-Dienst X von einem "guten Telefonat".

Quelle: ntv.de, nbr/dpa/AFP

EbolaBerlinDonald TrumpUSACharitéMarco RubioFriedrich Merz