Politik

Attacken in Straße von HormusRubio fordert Staaten zu mehr Druck auf Teheran auf

20.07.2026, 05:27 Uhr
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"Zumindest einige Leute im Iran" wollten die Straße von Hormus als "Druckmittel gegenüber der Welt" einsetzen, so Rubio. (Foto: picture alliance / Eric Lee/Pool Reuters via AP)

Die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus steht erneut unter Beschuss. Der Schiffsverkehr kommt de facto zum Erliegen. Nun verlangt US-Außenminister Rubio, dass andere Staaten zum Schutz der Meerenge "Ausrüstung oder Finanzmittel" beisteuern.

US-Außenminister Marco Rubio hat mit Blick auf den Konflikt um die Straße von Hormus andere Länder zu mehr Druck auf den Iran aufgefordert. Die Vereinigten Staaten würden "weiterhin tun, was nötig ist, um die weltweite Schifffahrt zu schützen", sagte Rubio. Andere Staaten müssten jedoch "durch Ausrüstung oder Finanzmittel" ihren Beitrag dazu leisten.

"Zumindest einige Leute im Iran" wollten die wirtschaftlich bedeutende Meerenge kontrollieren und somit als "Druckmittel gegenüber der Welt" einsetzen, sagte Rubio. Er äußerte sich vor einer Reise auf die Philippinen, wo er an einem Treffen der Außenminister der südostasiatischen Asean-Staaten teilnehmen wollte.

Die Führung in Teheran hält die für die internationale Schifffahrt äußerst wichtige Meerenge wegen des Iran-Kriegs de facto geschlossen. Immer wieder wurden dort Schiffe angegriffen. Zuletzt stoppten die iranischen Revolutionsgarden laut Staatsmedien zwei Öltanker im Bereich der Straße von Hormus. Die beiden Schiffe hätten versucht, auf "nicht genehmigte" Weise über die Südroute in die Meerenge einzufahren beziehungsweise diese zu verlassen, erklärten die Revolutionsgarden laut der Nachrichtenagentur Tasnim. Die Schiffe seien "explodiert".

Schifffahrt im Visier

Bereits am Wochenende war der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus angesichts des zunehmenden militärischen Schlagabtauschs zurückgegangen. Daten des Finanzdatenanbieters LSEG zufolge passierten am Sonntag vier Schiffe die Meerenge; am Samstag waren es acht gewesen. Die USA erklärten am Sonntag, sie hätten in der achten Nacht in Folge Luftangriffe auf Ziele im Iran geflogen. Die mit den USA verbündeten Staaten Kuwait und Bahrain meldeten zudem weitere iranische Attacken. Beide Seiten nehmen zunehmend die Schifffahrt ins Visier. Die US-Regierung setzt nach eigenen Angaben eine Seeblockade vor iranischen Häfen durch. Der Iran geht seinerseits gegen Schiffe vor, die aus seiner Sicht die Regeln in der Straße von Hormus verletzen. Durch die Meerenge wird üblicherweise etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert.

Seit Donnerstag wurden keine Tanker für verflüssigtes Erdgas (LNG) mehr bei der Durchfahrt durch die Meerenge registriert. Einige Schiffe schalten jedoch zeitweise ihre Transponder ab, um ihre Route zu verschleiern. Die LNG-Produktion in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten hält sich S&P Global zufolge trotz der Behinderungen relativ stabil. Dadurch steigt die Menge an LNG, die auf wartenden Schiffen im Golf lagert.

An Bord von sieben beladenen katarischen LNG-Tankern befanden sich Mitte Juli schätzungsweise 570.000 Tonnen. Insgesamt befinden sich derzeit LNG-Tanker mit einer Gesamtkapazität von fast 1,9 Millionen Tonnen in der Region. Diese Schiffe könnten für einen raschen Anstieg der Exporte sorgen, sollte sich die faktische Blockade der Straße von Hormus in den kommenden Wochen lockern, teilten die Analysten von S&P Global mit.

Unterdessen stieg der Ölpreis für die Nordseesorte Brent zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Juni. Im Handel an den asiatischen Börsen wurden am Montag gegen 03 Uhr MESZ für ein Barrel Brent bei Lieferung im September 90,50 Dollar (79,16 Euro) aufgerufen, ein Anstieg von 2,72 Prozent. Zwischenzeitlich wurde die Marke von 91 Dollar überschritten, der höchste Preis seit Juni. Die Sorte West Texas Intermediate legte um 2,39 Prozent auf 84,46 Dollar zu.

Quelle: ntv.de, nbr/AFP/rts

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