Politik

Sportanzug auf China-ReiseRubio irritiert mit Anspielung auf Maduro-Festnahme

13.05.2026, 13:30 Uhr
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US-Außenminister Marco Rubio entschied sich auf der Reise nach China für einen Sportanzug, der vielen bekannt vorkommen dürfte. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)

US-Präsident Donald Trump und seine Minister reisen nach China. Große Themen wie der herrschende Handelskrieg und der Umgang mit dem Iran stehen auf der Tagesordnung. Doch noch vor der Ankunft in Peking sorgt US-Außenminister Marco Rubio für Wirbel.

US-Außenminister Marco Rubio hat sich auf der Reise nach China in einem Sportanzug gezeigt, der Erinnerungen an die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro weckt. Der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, Steven Cheung, veröffentlichte ein Foto des Ministers im Regierungsflugzeug und stellte dabei selbst den Bezug zu der Festnahme zu Beginn des Jahres her. "Rubio rockt die Nike Tech 'Venezuela' an Bord der Air Force One", schrieb Cheung dazu.

Auch Maduro trug einen solchen Sportanzug des Herstellers Nike, als US-Einsatzkräfte ihn und seine Frau im Januar in Venezuelas Hauptstadt Caracas festnahmen und nach New York ausflogen. Dort soll ihm wegen angeblicher Verwicklung in Drogengeschäfte der Prozess gemacht werden. Das Weiße Haus griff den Vergleich mit dem US-Einsatz zu Beginn des Jahres ebenfalls auf und veröffentlichte auf X ein Video mit den Worten "Full circle moment" (übersetzt: "Der Moment, in dem sich der Kreis schließt").

Dass sich Mitglieder der Regierung in einem Sportanzug zeigen, ist unüblich - in der Regel tragen sie formelle Kleidung. Rubio dürfte also bewusst gewesen sein, dass seine Kleiderwahl eine gewisse Aussagekraft hat. Doch was genau er Peking signalisieren will, bleibt unklar.

Bekannt ist, dass Rubio wegen seiner lateinamerikanischen Wurzeln mit Sanktionen Chinas belegt ist. Nur ein sprachlicher Kniff macht möglich, dass der US-Minister einreisen darf. Als Sohn kubanischer Exilanten trat der in Florida geborene Rubio zudem stets als harter Antikommunist auf. Ein Nutzer auf X spekuliert daher: "Wollte Rubio dem kommunistischen China eine Art subtile Botschaft senden, da Maduros Regime ja ebenfalls kommunistisch war?"

Rubio lässt Intention offen

Der US-Minister kommentierte seine Kleiderwahl bislang nicht. Ein Beitrag des US-Präsidenten Trump auf der Plattform Truth Social verleiht seinem Auftritt jedoch zusätzliches Gewicht: Erst vor wenigen Stunden veröffentlichte Trump erneut ein Bild einer Landkarte, die Venezuela als 51. US-Bundesstaat zeigt.

Rubio selbst fiel zuletzt mehrmals mit informellen Aufnahmen auf. Erst zu Beginn des Monats zeigten Videos, die von Mitarbeitern des Weißen Hauses geteilt wurden, den US-Minister als DJ auf einer Familienhochzeit. Er trug Kopfhörer und stand hinter einem Mischpult, während die Gäste um ihn herum tanzten.

Neben Rubio und Trump reisen unter anderem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und US-Finanzminister Scott Bessent nach China. Auch Wirtschaftsvertreter begleiten die US-Regierung, darunter auch Tesla-Chef Elon Musk. Erwartet wird die US-Delegation in Peking ab Mittwochabend (Ortszeit).

Seit Trumps letztem China-Besuch 2017 haben sich die Beziehungen zwischen Peking und Washington abgekühlt. Zu den Gründen gehören Trumps aggressive Zollpolitik und der Iran-Krieg. Sie zählen zu den Hauptthemen seiner Gespräche mit dem chinesischen Staatschef Xi bis Freitag.

Quelle: ntv.de, nbr/AFP/dpa

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