Politik

Großeinsatz in EU-MitgliedslandSeedrohne explodiert in rumänischem Schwarzmeerhafen

05.06.2026, 13:25 Uhr
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Rauch steigt nach einer Explosion im Hafen von Constanta in Rumänien auf. (Foto: via REUTERS)

Die Drohnenvorfälle in Rumänien häufen sich: Erst schlägt eine Drohne nahe der Grenze zur Ukraine in ein Wohnhaus ein - jetzt detoniert eine Seedrohne im Hafen der Stadt Constanta am Schwarzen Meer. Sowohl die Ukraine als auch Russland nennen einen Verantwortlichen.

Im Hafen der rumänischen Schwarzmeerstadt Constanta ist eine Seedrohne explodiert. Durch die Detonation, die sich gegen 10.30 Uhr (Ortszeit, 9.30 MESZ) im zivilen Teil des Hafens ereignet habe, sei niemand zu Schaden gekommen, teilte das rumänische Verteidigungsministerium mit.

Den Angaben zufolge war die Drohne bereits am Morgen entdeckt worden. Einheiten des Rumänischen Geheimdienstes, der Küstenwache und des Verteidigungsministeriums hätten das Gebiet vor der Explosion abgesichert und abgesperrt. Das Objekt sei daraufhin von selbst explodiert.

Ukraine und Russland äußern sich zum Ursprung

Inzwischen teilte Kiew mit, dass es sich um eine Seedrohne ukrainischen Ursprungs handle. Die "Überwasserdrohne" sei durch "elektronische Kampfsysteme" der russischen Armee gestört worden, "verlor die Kontrolle" und landete schließlich an der rumänischen Küste, teilte die ukrainische Marine bei Facebook mit.

Russland machte die Ukraine wiederum vollumfänglich für den Vorfall verantwortlich. "Es handelt sich um unbemannte ukrainische Wasserfahrzeuge", schrieb die russische Botschaft in Rumänien und fügte an: "Jeder Versuch, diese Drohnen direkt oder indirekt mit Russland in Verbindung zu bringen und Russland die Verantwortung für den Vorfall zuzuschreiben, ist völlig unbegründet."

Das rumänische Verteidigungsministerium hatte zuvor betont, dass es sich bei der Drohne nicht um ein Objekt der rumänischen Armee handle. Einen Zusammenhang mit einer selbst organisierten Übung im Schwarzen Meer schloss das Land aus. Stattdessen handle es sich um einen Drohnentyp, der im Krieg in der Ukraine eingesetzt werde - ob von Russland oder der Ukraine, ließ das Ministerium offen.

Mehrere Drohnenvorfälle binnen weniger Tage

Die Gegend rund um die Explosionsstelle sei weiterhin abgesperrt worden. Zwei Hubschrauber überflögen den Ort, um nach weiteren Drohnen zu suchen. Die Anwohner seien aufgefordert, "die Küstenregion im Umkreis von einem Kilometer zu meiden", bis Entwarnung gegeben werde. Der rumänische Nachrichtensender Digi24 berichtete unter Berufung auf Insider, dass im Küstengebiet bereits vier weitere unbemannte Wasserfahrzeuge mit Sprengstoff entdeckt worden seien.

Erst vergangene Woche war in dem EU- und Nato-Land in der Nähe der Grenze zur Ukraine eine Drohne in ein Wohnhaus eingeschlagen. Bei dem Vorfall gab es zwei Verletzte. Rumänischen Angaben zufolge hatte es sich bei der Drohne um ein russisches Fabrikat gehandelt. Moskau hatte die Angaben in Zweifel gezogen.

Quelle: ntv.de, nbr/AFP/rts

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