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Diplomat darf nicht wiederkommen Russe ist im Kosovo "unerwünscht"

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Krasnoschtschekow wird derzeit in einem serbischen Militärkrankenhaus behandelt.

(Foto: imago images / ITAR-TASS)

Ein russischer UN-Diplomat gerät mit der kosovarischen Polizei aneinander und wird verletzt. Noch im Krankenhaus erklären ihn die Behörden zur persona non grata. Es ist ein Affront, den die UN und Russland nicht hinnehmen wollen.

Nach Zusammenstößen im Norden des Kosovo hat die Regierung in Pristina einen russischen UN-Diplomaten zur unerwünschten Person erklärt. Die Behörden des Kosovo erklärten, sie wollten Michail Krasnoschtschekow nicht mehr auf ihrem Territorium. Er soll unter Verdacht stehen, gegen die "verfassungsmäßige Ordnung" sowie "gegen universelle Werte, Frieden und Stabilität" verstoßen zu haben, so Ministerpräsident Ramush Haradinaj.

Krasnoschtschekow und ein örtlicher Mitarbeiter der UN-Mission waren vor einigen Tagen bei einem Polizeieinsatz gegen Schmuggler im überwiegend von Serben bewohnten Norden des Landes verhaftet worden. Sie sollen ein Fahrzeug der UNO Interim Administration Mission in Kosovo (Unmik) benutzt haben, um mit Anwohnern eine Barrikade gegen die Polizei zu errichten. Damit habe der Polizei der Zutritt zu der Stadt Zubin Potok versperrt werden sollen, hieß es.

Krasnoschtschekow wurde bei dem Einsatz verletzt und schließlich wieder freigelassen. Anschließend wurde er in ein serbisches Militärkrankenhaus in Belgrad gebracht. Dort besuchte ihn auch der serbische Präsident Aleksandar Vucic.

Ein Sprecher der UNO in New York sagte, UN-Diplomaten könnten nicht zur unerwünschten Person erklärt werden, weil sie die Vereinten Nationen repräsentierten und kein anderes Land. UN-Personal verfüge über diplomatische Immunität. Russlands Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete das Vorgehen Pristinas laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti als "absolut inakzeptabel" und "durch nichts zu rechtfertigen".

Das Kosovo hatte 2008 einseitig seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Belgrad betrachtet das Kosovo dagegen nach wie vor als seine Provinz. Die meisten westlichen Staaten haben die Unabhängigkeit inzwischen anerkannt. Dutzende andere Staaten wie Russland und China haben die Souveränität des Kosovo hingegen nicht anerkannt.

Quelle: n-tv.de, lou/AFP

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