Politik

Nach massiven Angriffen auf KiewUkraine beantragt sofortige Sitzung im UN-Sicherheitsrat

24.05.2026, 19:27 Uhr
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Mehrere Gebäude standen in Kiew in Flammen. (Foto: dpa)

Die ukrainische Hauptstadt wird von schweren russischen Luftschlägen getroffen. Außenminister Sybiha wirft dem Kreml vor, so fehlende Erfolge auf dem Schlachtfeld kompensieren zu wollen. Die Regierung in Kiew fordert eine sofortige Zusammenkunft des UN-Sicherheitsrats.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat nach den massiven russischen Luftschlägen gegen die Hauptstadt Kiew die internationale Gemeinschaft zu einer "starken Antwort an den Aggressor" aufgefordert. Der Minister beantragte laut einer Mitteilung auf der Plattform X eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats und eine Zusammenkunft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Sybiha warf Russland vor, mit der "barbarischen Raketenattacke" in der vergangenen Nacht fehlende militärische Fortschritte auf dem Schlachtfeld im Angriffskrieg gegen die Ukraine kompensieren zu wollen. Allein in Kiew wurden mindestens zwei Menschen getötet. Die Zahl der Verletzten stieg laut Bürgermeister Vitali Klitschko bis zum frühen Abend auf 81. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte in den sozialen Netzwerken mit, es seien etwa 100 Menschen bei den Angriffen im Land verletzt und mindestens vier getötet worden.

Auch Regierungsgebäude beschädigt

Bei den Attacken wurden laut Behörden auch Regierungsgebäude beschädigt, darunter das Außenministerium und das Kabinettsgebäude. Verletzte gab es demnach an dem arbeitsfreien Sonntag aber nicht. Ukrainischen Medien zufolge wurde auch ein Haus beschädigt, in dem Präsident Selenskyj eine Wohnung besitzt.

"Putin versucht, die Ukraine einzuschüchtern, indem er Zivilisten angreift und Wohngebäude, Museen, Schulen sowie kritische Infrastruktur zerstört", sagte Außenminister Sybiha. Der Kremlchef versuche das außerdem, indem er Mittelstreckenraketen auf friedliche Städte abfeuere. Russland hatte zuvor den Einsatz seiner neuen und wegen ihrer Zerstörungskraft gefürchteten Oreschnik-Rakete bestätigt.

Die internationale Gemeinschaft müsse reagieren, meinte Sybiha. "Wir fordern unsere Partner nachdrücklich auf, entschlossene multilaterale Maßnahmen zu ergreifen, um Russland abzuschrecken und es zu einem umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden zu bewegen", betonte der Minister.

69 Verletzte, 2 Tote

Den ukrainischen Angaben zufolge griff Russland in der Nacht mit mehr als 600 Drohnen, 90 Raketen und Marschflugkörpern an. "Leider konnten nicht alle ballistischen Raketen abgeschossen werden. Die meisten Treffer gab es in Kiew, und genau Kiew war das Hauptziel dieses russischen Angriffs", sagte Selenskyj. "Drei russische Raketen gegen eine Wasserversorgungsanlage, ein Markt wurde niedergebrannt, Dutzende Wohnhäuser und mehrere normale Schulen wurden beschädigt."

Auch das Museum zur Erinnerung an die Atomkatastrophe von Tschernobyl sei praktisch zerstört worden. Schäden gebe es außerdem am Gebäude des nationalen Kunstmuseums, in dem auch der deutsche Fernsehsender ARD sein Studio habe, teilte der Präsident mit.

69 Menschen seien in der Hauptstadt verletzt und 2 weitere getötet worden, sagte Selenskyj. Nach einem Gespräch mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teilte er mit: "Es ist wichtig, dass Russland versteht, dass es für alle seine Verbrechen die Verantwortung tragen muss."

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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