Drohnenbeschuss in der UkraineRussland attackiert Bus mit Bergleuten - mindestens 12 Tote

Unter der Woche treffen sich Vertreter aus dem Kreml, Kiew und Washington, um einen Weg zum Frieden in der Ukraine zu finden. Das hält Russland aber nicht von Angriffen ab: diesmal auf einen Bus und eine Klinik. Es gibt mehr als ein Dutzend Tote.
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die zentralukrainische Stadt Pawlohrad sind nach offiziellen Angaben mindestens 12 Menschen getötet worden. Weitere 16 Personen seien verletzt worden, teilte die Minenleitung DTEK auf Telegram mit. Nach ersten Berichten ukrainischer Medien traf eine russische Kampfdrohne einen mit Grubenarbeitern besetzten Bus. Die Kumpel waren nach Angaben von DTEK nach dem Schichtwechsel auf dem Heimweg. Weitere Drohnen schlugen auf dem Gelände des Kohle-Bergbaus ein.
Der regionale Militärverwalter Olexander Hanscha sprach auf Telegram von mindestens zwölf Toten bei dem Vorfall. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stufte den Angriff als "exemplarisches Verbrechen" ein, das zeige, dass Russland für die Eskalation verantwortlich sei. "Das Böse muss ein Ende finden", sagte er in seiner abendlichen Videoansprache.
Russland hatte sich diese Woche auf Bitte von US-Präsident Donald Trump bereit erklärt, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden in Kiew und anderen Städten von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur des Landes zeitweilig abzusehen. Hintergrund sind die aktuellen Friedensverhandlungen. Indes wurden Angriffe auf andere Ziele aber fortgesetzt.
Auch in der südukrainischen Stadt Saporischschja: Dort sind nach Behördenangaben mindestens neun Menschen bei Drohnenangriffen verletzt worden. Militärgouverneur Iwan Fedorow sprach zunächst davon, dass eine Geburtsklinik getroffen worden sei und es sechs Verletzte gebe - darunter zwei Frauen, die dort zu einer Untersuchung gewesen seien. Fedorow veröffentlichte auch Fotos von einem verwüsteten Gebäude. Bei einem zweiten Schlag seien zwei Frauen und ein vier Jahre altes Kind verletzt worden, teilte der Militärgouverneur mit.
Russland setzt seine Angriffe in dem seit fast vier Jahren andauernden Krieg gegen die Ukraine auch ungeachtet der laufenden Verhandlungen über ein Ende der Invasion fort. Eine Einigung der Kriegsparteien auf einen Frieden ist nicht in Sicht. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte für kommende Woche am 4. und 5. Februar neue Verhandlungen der Kriegsparteien unter Vermittlung der USA in Abu Dhabi an.