Ukraine zerstört BrückenRussland attackiert ukrainische Tankstellen

In einigen Teilen Russlands wird der Treibstoff knapp. Als Antwort bombardiert der Kreml zunehmend ukrainische Tankstellen. Der Ukraine gelingen derweil mehrere Schläge gegen die Infrastruktur in russisch besetzten Gebieten.
Russische Luftangriffe haben im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk über Nacht fünf Tankstellen getroffen. Mehrere Brände seien ausgebrochen, teilte der Gouverneur des Gebiets, Olexander Hanscha, auf Telegram mit. Eine Frau sei getötet worden, außerdem gebe es drei Verletzte. In der Nacht zuvor waren Angriffe auf Tankstellen aus dem nördlichen Gebiet Sumy gemeldet worden. Der ukrainische Branchendienst Naftorynok hat seit April bereits mehr als 140 solche Attacken gezählt.
Die Angriffe wirken wie eine Antwort auf die zunehmende Treibstoffkrise in Russland, zunächst auf der besetzten Krim, dann auch in vielen anderen Regionen. Im Land des Angreifers ist Benzin knapp geworden wegen ukrainischer Angriffe auf Raffinerien und Versorgungswege. Russland, ein Großexporteur von Öl, führt deshalb nach Kreml-Angaben Gespräche über mögliche Treibstoffimporte.
Ihrerseits griffen die ukrainischen Streitkräfte in den Morgenstunden die russische Stadt Pensa an. Sie liegt südöstlich von Moskau und etwa 550 Kilometer von der Ukraine entfernt. Die Gebietsverwaltung bestätigte einen Angriff, äußerte sich aber nicht zu Schäden. Augenzeugen berichteten in sozialen Medien von Rauchsäulen über einem oder mehreren Rüstungsbetrieben.
Als Zielorte genannt wurden eine Kugellagerfabrik und ein Institut für Elektromechanik, das Navigationshilfen für Flugzeuge und Raketen entwickelt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte auf X einen Angriff auf einen Rüstungsbetrieb in Pensa, der Raketenteile entwickle und herstelle. Er berichtete außerdem von einem Angriff auf die Raffinerie von Ufa am Ural, die 1300 Kilometer von der Ukraine entfernt liegt.
Brücken in Donezk und Luhansk getroffen
Zudem hat die Ukraine eine Brücke auf einer Fernstraße zwischen den Großstädten Donezk und Mariupol im Südosten des Landes zerstört. Damit ist eine wichtige Straßenverbindung in dem von Russland besetzten Gebiet unterbrochen worden. "Unter anderem wurde eine Straßenbrücke über den Fluss Malyj Kaltschyk nahe Hranitne im Gebiet Donezk getroffen", teilte der Generalstab in Kiew mit.
In sozialen Netzwerken veröffentlichte Bilder zeigten die Trümmer des Bauwerks im Flusstal gut 20 Kilometer nördlich der Hafenstadt Mariupol. Es existiert jedoch eine Umgehungsroute für den Straßenverkehr aus Richtung Norden in die Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer. Welche Waffe bei dem Angriff eingesetzt wurde, teilte das Militär nicht mit.
Den Angaben des Generalstabs zufolge wurde zudem eine Eisenbahnbrücke im Luhansker Gebiet und eine weitere für die Logistik wichtige Querung in der Region Donezk getroffen. Das ukrainische Militär greift seit mehreren Wochen systematisch Brücken im russisch besetzten Teil des Landes an, um die Logistik der russischen Armee zu stören. Russland führt seit mehr als vier Jahren einen groß angelegten Angriffskrieg gegen die Ukraine.