Politik

71-jähriger Inselstreit im Pazifik Russland und Japan kämpfen um die Kurilen

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Mit Plakaten hatte die japanische Regierung die Bewohner von Nagato auf das Treffen vorbereitet.

(Foto: imago/Kyodo News)

Seit Jahrzehnten streiten Japan und Russland über eine kleine Inselgruppe im Pazifik. Bei einem Treffen zwischen Kremlchef Putin und Japans Premier Abe diskutieren beide Seite über einen Friedensvertrag und Reiseerleichterungen.

Russland und Japan verhandeln wieder über mehrere umstrittene Kurileninseln im Pazifischen Ozean. Die Gespräche seien offen und intensiv gewesen, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Ferienort Nagato. Demnach ging es etwa um Reiseerleichterungen für frühere Bewohner der Inseln, eine wirtschaftliche Zusammenarbeit und einen Friedensvertrag zwischen Russland und Japan. "Wir konnten den Gipfel in einer sehr guten Atmosphäre stattfinden lassen", sagte Abe.

Russland bezeichnet die Inseln zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido als Südkurilen, Japan als Nordgebiete. Die Rote Armee hatte sie nach dem Zweiten Weltkrieg besetzt. 17.000 japanische Bewohner mussten damals flüchten; rund 6000 von ihnen sind heute noch am Leben.

Kurz vor dem Besuch hatte Russland begonnen, Abwehrraketen auf den Kurilen zu stationieren. Zudem forderte Putin ein Ende der japanischen Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts.

China als Drohkulisse

Tokio fordert alle vier Inseln - Etorofu, Kunashiri, Shikotan und die Habomai-Gruppe - zurück, die die Sowjetunion 1945 besetzt hatte. Abe hat versprochen, den Streit zu lösen - auch vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit China. Der Rechtskonservative setzt dabei auf seine engen Beziehungen zu Putin.

Für den russischen Präsidenten ist das Thema allerdings heikel: Er will bei den Bürgern sein Image als Verteidiger der russischen Souveränität nicht gefährden.

Seit Abes erster Amtszeit 2006/2007 haben sich die beiden mehr als ein Dutzend Mal getroffen. Diesmal empfing der japanische Ministerpräsident seinen russischen Gast in einem Spa-Resort der kleinen Stadt Nagato in seiner Heimatprovinz Yamaguchi. Tausende Polizisten sicherten das Treffen ab.

Quelle: ntv.de, chr/dpa/rts

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