Politik

Gutverdiener sollen mehr leisten SPD-Chef will Rentenbeiträge reformieren

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Die SPD will Besserverdienende stärker bei der Finanzierung des Rentensystems heranziehen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Angesichts einer alternden Bevölkerung steigt der Steueranteil in den Rentenkassen. So sollen die Zahlungen gesichert werden. SPD-Chef Walter-Borjans will nun, dass Besserverdienende einen höheren Beitrag leisten. Auch große Konzerne sollen mehr beitragen.

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat eine neue Finanzierungsgrundlage für die Rentenversicherung gefordert. So soll ein "Altwerden in Würde" auch in 20 bis 30 Jahren abgesichert werden. "Wenn das nicht zu unerschwinglichen Sozialabgaben im Arbeitsleben führen soll, muss die Abgabenlast gerechter verteilt werden", sagte er der "Rheinischen Post". Als Lösung schlägt er höhere Beiträge für Gutverdiener vor. "Die Deckelung für hohe Einkommen gehört genauso auf den Prüfstand wie die Einbeziehung der zunehmenden Einkünfte aus Kapital."

Nicht zuletzt werde der demografische Wandel dazu führen, dass das Rentensystem stärker als bisher aus Steuermitteln finanziert werden müsse. Umso wichtiger sei es, dass global agierende Konzerne sich angemessen an den Steuern hierzulande beteiligten.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kritisierte die Pläne. "Besserverdienende mehr in die Rente einzahlen zu lassen, löst weder demografische Probleme noch vermeintliche Gerechtigkeitsdefizite", erklärte IW-Ökonom Jochen Pimpertz. "Im Kern stellt der Vorschlag des neuen SPD-Vorsitzenden den Sozialversicherungsgedanken der gesetzlichen Rente in Frage."

In jedem Fall aber stiege die Rentenlast der künftigen Generationen, denn die Besserverdiener erhielten durch höhere Zahlungen auch höhere Ansprüche. Deswegen schwinge in den SPD-Vorschlag die Idee einer Kappung der Rentenansprüche für jene Bevölkerungsgruppen mit, sagte er weiter. Und das wäre letztlich nicht anderes, als "das Ende der der ursprünglichen Sozialversicherungsidee".

Quelle: jwu/DJ