Politik

"Viele Talente" in der Partei SPD-Spitze äußert sich zu Kanzlerkandidatur

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Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans

(Foto: dpa)

Können sich die SPD-Chefs Esken oder Walter-Borjans eine Kanzlerkandidatur vorstellen? Im Grunde schon. Allerdings sehen sie es nicht als zwingend an, dass der Kandidat aus der Spitze der Partei kommen muss.

Bei der Auswahl des nächsten Kanzlerkandidaten setzen die SPD-Vorsitzenden nicht zwingend auf Politiker aus der Spitze der Partei. "Die SPD hat viele Talente. Das können auch Landtagsabgeordnete oder Oberbürgermeister sein. Wir müssen nicht zwingend auf Personen im Kabinett oder an der Spitze der Partei fixiert sein", sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans der "Bild am Sonntag". Unter den 420.000 Mitgliedern gebe es eine Vielzahl von Menschen mit Potenzial, betonte auch Co-Parteichefin Saskia Esken.

"Es muss nicht automatisch jemand sein, der schon drei Mal Minister oder Ministerin war", sagte Esken der Zeitung vor Beratungen des SPD-Bundesvorstandes. Trotz schlechter Umfragewerte wollen die SPD-Chefs grundsätzlich daran festhalten, einen Kanzlerkandidaten aufzustellen. "Ich glaube fest daran, dass wir mit klaren Zielen und einer klaren Haltung so viel zulegen können, um dann mit einer dazu passenden Kanzlerkandidatin bzw. -kandidaten erfolgversprechend antreten zu können", sagte Walter-Borjans.

Dass er oder Esken selbst diese Position einnehmen könnten, schließen beide nicht aus. "Grundsätzlich muss man, wenn man als Parteivorsitzende oder Parteivorsitzender kandidiert, sich auch die Kanzlerkandidatur zutrauen und damit rechnen, es dann auch werden zu können", betonte Esken.

Walter-Borjans räumte zugleich Fehler in seiner bisherigen Amtszeit als Parteichef ein. "Es gab anfangs im Eifer des Gefechts zu viele Botschaften und Ansagen. Das kann die Leute verunsichert haben", sagte er der Zeitung. Er wolle aber auch "künftig Denkanstöße geben".

Quelle: ntv.de, bdk/dpa