Politik

Wer ist schuld am Debakel? SPD fällt in Bayern unter zehn Prozent

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Natascha Kohnen will über alles im Landesvorstand sprechen - "und ich meine über alles", bekräftigte sie.

(Foto: dpa)

Die SPD spielt in Bayern nach der Wahl eine noch geringere Rolle: Mit unter zehn Prozent ist die Partei nur noch fünftstärkste Kraft im Land. Bundeschefin Nahles räumt ein: Das liegt auch an der "schlechten Performance" der SPD in Berlin.

Die SPD gehört mit einem Ergebnis von womöglich knapp unter 10 Prozent zu den Verlierern der Bayern-Wahl. Je nach Hochrechnung liegt die Partei zwischen 9,5 und 9,8 Prozent - ein Verlust von mehr als 10 Prozentpunkten. Personelle Konsequenzen blieben am Abend jedoch zunächst aus. Spitzenkandidatin Natascha Kohnen spricht lediglich von einer schwierigen Zeit für ihre Partei. "Das wird ein langer, harter Weg, uns da wieder herauszuarbeiten", sagte sie.

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Kohnen sagte weiter, sie habe gespürt, dass viele Menschen der Sozialdemokratie mit "unglaublicher Skepsis" begegneten. Es gehe nun darum, den Glauben an die SPD wieder herzustellen. Das gehe nur mit einer ganz klaren Haltung. "Wir dürfen nie wieder halbe Wege gehen, sondern nur ganze." Man werde in den kommenden Tagen im Landesvorstand über alles reden, sagte sie. "Und ich meine über alles."

Bundesparteichefin Andrea Nahles äußerte sich selbstkritisch: Die SPD habe die Wählerinnern und Wähler nicht überzeugen können, was bitter sei, sagte Nahles. Einer der Gründe für den Absturz ihrer Partei sei die "schlechte Performance" der Großen Koalition. Dieser sei es nicht gelungen, sich vom Richtungsstreit in CDU und CSU frei zu machen. Es habe keinen Rückenwind aus Berlin gegeben - im Gegenteil. "Fest steht, das muss sich ändern", sagte Nahles. In der ARD sagte auch sie, die SPD denke nicht an personelle Konsequenzen.

Die SPD-Chefin räumte ein, das Ergebnis sei ein sehr schlechtes Ergebnis für die SPD, aber auch für alle Volksparteien insgesamt. Dass die AfD in einem weiteren Landesparlament vertreten sei, müsse allen Demokraten Sorgen machen. Es müsse nun eine sorgfältige Analyse "auf allen Ebenen" erfolgen.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil wich der Frage nach personellen Konsequenzen des Ergebnisses für die Große Koalition aus. Die Wahl sei ein Signal an Berlin, dass Schluss mit Spannungen und Streit sein müsse, sagt er in der ARD. "Es muss jetzt Schluss sein mit Egoismen. Wir brauchen einen anderen Regierungsstil."

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Quelle: n-tv.de, jog/rts/dpa

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