Politik

Berlin-Wahl SPD gewinnt, AfD zweistellig, CDU auf historischem Tief

Die SPD gewinnt die Abgeordnetenhauswahl in Berlin. Die bisher mitregierende CDU landet bei unter 20 Prozent. Die AfD schafft aus dem Stand ein zweistelliges Ergebnis. Neben Grünen und Linkspartei wird auch die FDP wieder im Berliner Landesparlament vertreten sein.

Die SPD geht als Siegerin aus der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hervor. Laut Hochrechnungen von ARD und ZDF kommen die Sozialdemokraten auf rund 22 Prozent. Sie sind damit stärkste Kraft in dem Landesparlament. Dies wäre allerdings das schlechteste Ergebnis eines Siegers bei Landtagswahlen.

Die mitregierende CDU wird voraussichtlich ihr historisch schlechtestes Ergebnis in Berlin einfahren. Die Hochrechnungen sehen sie bei 18 Prozent.

Die Alternative für Deutschland schafft bei ihrer ersten Teilnahme an einer Abgeordnetenhauswahl rund 14 Prozent. Wie zuvor in anderen Bundesländern dürfte die AfD auch in Berlin vom Unmut vieler Bürger über Merkels Flüchtlingspolitik profitiert haben. Die AfD ist damit in 10 von 16 Landesparlamenten vertreten.

Die Grünen liefern sich mit der Linkspartei einen Zweikampf um den dritten Platz: Beide Parteien landen bei rund 15 Prozent. Der FDP gelingt mit mehr als 6 Prozent der Wiedereinzug, die Piratenpartei ist nicht mehr vertreten.

Hier die aktuellsten Hochrechnungen:

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Damit ist klar: Die rot-schwarze Landesregierung ist abgewählt. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller muss sich neue Partner suchen. Rechnerisch möglich sind Dreierbündnisse. Müller, dessen Partei seit 15 Jahren den Regierungschef im Roten Rathaus stellt, hatte für diesen Fall im Wahlkampf ein Zusammengehen mit Grünen und Linken in den Blick genommen. Es wäre bundesweit die erste rot-grün-rote Koalition unter Führung der Sozialdemokraten. In Thüringen regiert ein Bündnis dieser drei Parteien mit einem Linken-Ministerpräsidenten. Eine Koalition mit der CDU von Spitzenkandidat und Innensenator Frank Henkel hatte Müller ausgeschlossen, die Grünen ebenso. Mit der AfD will keine der anderen Parteien zusammenarbeiten.

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Auch wenn Müllers SPD als Siegerin der Wahl feststeht, muss sie ebenso wie die CDU Verluste hinnehmen. Verloren haben auch die Grünen. Zugewinne verzeichnete neben der AfD die FDP sowie die Linkspartei. Ein Überblick:

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Zur Wahl des neuen Landesparlaments waren knapp 2,5 Millionen Bürger aufgerufen. Es zeichnete sich eine höhere Wahlbeteiligung als 2011 ab. Um 16 Uhr hatten laut Landeswahlleitung 53,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Das waren rund 6 Prozentpunkte mehr als bei der vorangegangenen Wahl. Zudem hatten diesmal so viele Menschen wie nie zuvor einen Antrag auf Briefwahl gestellt - 21,1 Prozent aller Wahlberechtigten.

Quelle: n-tv.de, jog/dpa