Politik

Untreuevorwurf in Schavan-Affäre Sachsen-AfD zeigt alte Bundesregierung an

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Das Bundeskabinett im Dezember 2013

(Foto: picture alliance / Maurizio Gamb)

Bildungsministerin Schavan verliert im Jahr 2013 ihren Doktortitel und in der Folge auch ihr Ministeramt. Die Merkel-Vertraute wird stattdessen Botschafterin beim Vatikan. Die sächsische AfD-Fraktion will die alte Bundesregierung deshalb vor Gericht zerren.

Die AfD-Fraktion im sächsischen Landtag hat Strafanzeige gegen die Bundesregierung aus dem Jahr 2014 wegen der Ernennung von Annette Schavan zur Botschafterin im Vatikan gestellt. Diese habe nach dem plagiatsbedingten Verlust ihres Doktortitels über keinen berufsqualifizierenden Abschluss verfügt und damit nicht die Voraussetzungen für den Posten erfüllt, sagten der sächsische AfD-Fraktionschef Jörg Urban und der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier in Berlin. "Die hätte nie in diese Stelle kommen dürfen", betonte Maier.

Die AfD sieht den Tatbestand der Untreue erfüllt. Sie verlangt eine juristische Sanktionierung der Teilnehmer der Kabinettssitzung sowie die Rückzahlung des Botschaftergehalts durch Schavan. Die Universität Düsseldorf hatte Schavan 2013 den Doktortitel entzogen, weil sie es als erwiesen ansah, dass die damalige Bundesbildungsministerin Teile ihrer Doktorarbeit abgeschrieben hatte. Daraufhin trat die CDU-Politikerin von ihrem Ministeramt zurück.

Da sie ihr Studium direkt mit dem Doktortitel abgeschlossen hatte, besaß sie mit dessen Entzug keinen Hochschulabschluss mehr. Im Mai 2014 ernannte das Bundeskabinett sie zur Botschafterin beim Heiligen Stuhl in Rom, wo sie bis Mitte 2018 blieb. Die sächsische AfD-Landtagsfraktion sieht die Strafanzeige als Teil ihres Versuchs, "Ämterpatronage" unter Strafe stellen zu lassen. "Jede Bevorteilung von Bewerbern für öffentliche Ämter aufgrund parteipolitischer Loyalität soll zum Straftatbestand werden", erläuterte Urban.

Quelle: ntv.de, shu/dpa

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