Politik

300 Anwerbeversuche Salafisten werben vergebens um Flüchtlinge

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Salafisten suchen auch in Flüchtlingsunterkünften nach Unterstützung.

(Foto: dpa)

Flüchtlinge sind für Salafisten keine leichte Beute, ist sich der Verfassungsschutz sicher. Anders sieht es allerdings aus, wenn sich die Erwartungen von Migranten in Deutschland nicht erfüllen.

Den in Deutschland aktiven Salafisten-Gruppen ist es nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden bislang nicht gelungen, eine große Zahl muslimischer Flüchtlinge an sich zu binden. Der Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, sagte, die Behörden hätten zwar bereits 300 ganz konkrete Anwerbeversuche von Flüchtlingen durch radikale Islamisten registriert. "Bisher scheint aber diese Rekrutierung nicht so zu verfangen", betonte Haldenwang bei einem Fachgespräch der Unionsfraktion im Bundestag zum Thema "Antisemitismus im fundamentalistischen Islam".

Sollten sich die Erwartungen der Flüchtlinge an ihr Leben in Deutschland langfristig nicht erfüllen, könnte dieses Risiko jedoch steigen. Die Mitbegründerin des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus, Lala Süsskind, forderte, Asylbewerber dürften nicht gezwungen werden, über längere Zeit in Massenunterkünften zu leben. Die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt müsse forciert werden. "Ansonsten haben wir nur noch Extremisten hier", fügte sie hinzu.

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, sagte, viele junge Flüchtlinge seien in den Schulen ihrer Heimatländer mit Vorurteilen gegen Juden "gefüttert" worden. Es sei wichtig, ihnen frühzeitig ein anderes Bild zu vermitteln. Dabei könnten die Islam-Verbände eine nützliche Rolle spielen.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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